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Die Mut-Macherin

Die Kölnerin Alexandra von Stein hat ein neues Buch zum Thema Brustkrebs geschrieben

Menschen Mut machen möchte Alexandra von Stein mit ihrem neuen Buch „Der Feind in meiner Brust“. Die Kölnerin ist vor einiger Zeit selbst an Brustkrebs erkrankt. Schonungslos offen und mit immer neuer Kraft hat sie sich den Herausforderungen der Krankheit gestellt. Nun ist ihr Ratgeber zum Thema Brustkrebs erschienen, der vielen Menschen eine große Unterstützung sein kann.

 

Es war einmal ein alter Graf, der steckte sich jeden Tag, bevor er aus dem Haus ging, Bohnen in die rechte Jackentasche. Für jedes schöne Erlebnis, und sei es nur das Lachen eines Menschen, nahm er eine Bohne aus der rechten Tasche und legte sie in die linke. So konnte er am Abend die positiven Ereignisse des Tages zählen.

Die Geschichte von dem alten Grafen ist auch Thema in dem Ratgeber „Der Feind in meiner Brust“. Alexandra von Stein hat das Buch geschrieben. Die gebürtige Kölnerin führte ein beschauliches Leben. Bohnen hat sie sich damals nicht in ihre Jackentasche gesteckt, um ein Tagesresümee zu ziehen.

Ein bewegtes Leben
Alexandra von Stein ist ein lebensfroher Mensch. Sie ist in Köln geboren und der Domstadt bis heute verbunden geblieben. Derzeit lebt sie in Köln und in Bodrum, Türkei. „Köln ist meine angeborene Heimat“, sagt sie, „die Türkei meine Wahlheimat.“ Alexandra von Stein hat viel gesehen in ihrem Leben. Im Iran, in der ehemaligen Sowjetunion und Spanien hat sie gelebt. Und viele unterschiedliche Dinge gemacht: Als Erzieherin, Immobilienverwalterin, Reiseleiterin und im Jugendamt war Alexandra von Stein tätig. Es ist schwer, sie sprachlos zu machen. Der richtige Spruch fehlt ihr so gut wie nie auf den Lippen. Offen und mit einer ungewohnten Ehrlichkeit tritt sie einem gegenüber. Warum viel Zeit verschwenden, wenn es direkter doch viel einfacher geht?

Alexandra von Stein (links) mit Rohita Bruckmann (rechts) in den Redaktions-Räumen von Koeln-Magazin.info

Per E-Mail Kontakt halten
Mit 49 Jahren veränderte sich Alexandra von Steins Leben grundlegend. Bei einem regulären Check erhält sie unvorbereitet die Diagnose Brustkrebs. Nach dem ersten Schock schreibt sie eine Rundmail an ihre Familie und Freunde, um diese zu informieren. Mit der Betreffzeile „Shit happens“ berichtet sie, dass bei ihr ein bösartiger Tumor diagnostiziert wurde.

Die Kommunikation per E-Mail machte es ihr möglich, dass ein reger und vor allem zeitnaher Schriftwechsel mit ihren Freunden und ihrer Familie zustande kam. Der Freundeskreis kristallisierte sich in der Zeit stark heraus: Vermeintliche Freunde fielen weg, weiter entfernte Bekannte rückten erstaunlich nah. Mit der unsagbar großen Unterstützung ihrer Freunde und Familie im Rücken, blickte sie der Krebserkrankung und den damit verbundenen Herausforderungen mutig ins Auge.

„49 ist zu früh zum Sterben“, hatte die heute 52-Jährige für sich entschieden. Und so tat sie alles was in ihrer Macht stand, um den Kampf gegen den Tumor aufzunehmen und letztendlich zu gewinnen. Dabei entwickelte sie eine beeindruckende Kreativität, immer wieder neue Wege zu finden, sich den Anforderungen der Krebsbehandlung zu stellen.

 

 

„Die Lebenszeit ist zu kostbar, um sie zu verschwenden."

Den Tatsachen ins Auge sehen
„Am Anfang fühlt man sich nicht krank. Man fühlt sich erst krank durch die Therapie“, stellt sie rückblickend fest. Bei aller Unterstützung der ihr Nahestehenden und der großen Kunst der Ärzte habe ihr jemand gefehlt, der sie auf verschiedene Dinge aufmerksam macht. Es waren die kleinen und großen Dinge des Alltags, auf die man erst einmal keine Antwort hatte: Wie sage ich das meinen Kindern? Wie organisiere ich die Termine? Was passiert, wenn ich meine Perücke nicht tragen kann, weil sie zu sehr juckt?

Der Untertitel des Ratgebers lautet: Ein Mutmach-Buch. Und genau das möchte die Autorin erreichen. Anderen eine Unterstützung anbieten, sie ermutigen, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Sich zu informieren, offen miteinander zu sprechen, hält sie für eine wesentliche Voraussetzung. Auch für Angehörige und Freunde. „Denn je mehr man weiß, um so einfacher ist auch der Weg“, stellt sie fest und redet dabei nichts schön. Zurzeit engagiert sie sich ehrenamtlich in der Uni-Klinik Köln. Dort kümmert sie sich um Geschwisterkinder von kleinen Patienten, damit die Eltern in Ruhe ihre Kinder auf der Station besuchen können.

Was die Krankheit in ihrem Leben verändert hat? „Ich bin toleranter und härter geworden.“ Das klingt erst einmal als Widerspruch. Doch es meint eigentlich nur, dass sie nicht mehr so viel auf die Goldwaage legt, gleichzeitig aber sehr viel klarer sieht,  was sie möchte und was nicht. „Ich teile mir meine Lebenszeit anders ein. Dabei achte ich darauf, mehr Leben hineinzutun und weniger funktionieren zu müssen. Denn die Lebenszeit ist zu kostbar, um sie zu verschwenden.“

 

Eine Zeitlang hat Alexandra von Stein tatsächlich Bohnen von ihrer rechten Jackentasche in die linke umsortiert. Eine Freundin hatte ihr die Geschichte vom alten Grafen zusammen mit ein paar Bohnen geschenkt. „Längst schon trage ich Bohnen nicht mehr in meinen Taschen herum – aber ich ziehe stets abends ein Tagesresümee. Und immer öfter stelle ich fest, dass der Tag schön war.“

 

Rohita Bruckmann

 

Das Buch „Der Feind in meiner Brust – Per E-Mail durch eine Brustkrebstherapie
beleuchtet eine Krebsbehandlung von einer ganz anderen Seite: Die Sammlung von E-Mails und ergänzende Texte geben anschaulich einen Einblick in eine erfolgreiche Krebstherapie. Schonungslos offen werden Schwierigkeiten benannt, gleichzeitig wird man staunend Zeuge großartiger Unterstützung und Menschlichkeit. Das Buch „Der Feind in meiner Brust“ ist eine praxisnahe Hilfestellung für alle Betroffenen, deren Freunde und Angehörige. Und es macht vor allem eins, nämlich Mut.

Die Kölnerin Alexandra von Stein ist Jahrgang 1955. Sie lebt und arbeitet heute als Autorin in Köln und Bodrum.

Das Buch "Der Feind in meiner Brust - Per E-Mail durch eine Brustkrebstherapie" ist bei Hayit Medien erschienen und kostet 9,95 Euro. Hayit Medien ist derselbe Verlag, der auch Köln-Magazin.info herausgibt.
http://www.mutmach-buch.de/

http://www.feind-in-meiner-brust.de

Die Lebenszeit ist zu kostbar, um sie zu verschwenden

Hier hören Sie Alexandra von Stein zu ihrem Buch "Der Feind in meiner Brust". Sie spricht über ihre eigene Krankheitsbewältigung und gibt hilfreiche Tipps für Frauen in einer ähnlichen Situation.

Audio-Podcast mit Alexandra von Stein:

Olivia Newton-John trifft Alexandra von Stein

Am 6. Oktober 2009 war die Sängerin Olivia Newton-John zu Gast in Köln. Sie traf sich mit der Buchautorin Alexandra von Stein.

Kommentare

Angelika Anders-Lauck, 06.05.2009 02:49:
Sehr geehrte Alexandra von Stein,
ich möchte mich im Namen des Deutschen Clubs Shanghai ganz herzlich für Ihre Lesung am 28.4. 2009 hier vor Ort bedanken.
Sie haben uns mit Ihrer ganz besonderen Art und durch Ihre Lesung vor Augen geführt, dass eine Krebsdiagnose nicht das Ende bedeuten muss, sondern auch eine Chance bietet für einen Neubeginn. Persönlich haben Sie mich in meiner Idee bestätigt auf Menschen zuzugehen und Probleme direkt anzusprechen. Ich glaube, dass ich im Namen aller Anwesender speche, wenn ich sage, dass wir berührt und um einiges Wissen reicher aus der Veranstaltung gegangen sind.
Mit freundlichen Grüßen
Angelika Anders-Lauck
Special-Event-Team
Deutscher Club Shanghai

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PODCAST: Audio-Interview mit Alexandra von Stein