Koeln-Magazin.info

Anzeige

die wohngemeinschaft - das Hostel

Richard-Wagner-Str. 39
50674 Köln
Tel.: 0221-39760904
Fax: 0221-39760906
http://www.hostel-wohngemeinschaft.de

Zimmer/Betten: 8/28
Internetzugang inklusive
Fahrradverleih

ab 20 € pro Nacht/DZ 59 €

Die Welt zu Gast in einer Wohngemeinschaft

Im Oktober 2010 hat im Belgischen Viertel in Köln ein Hostel der etwas anderen Art eröffnet. Gäste aus aller Welt wohnen dort in individuell gestalteten Zimmern – wie in einer echten Wohngemeinschaft

Emilia war immer ein bisschen anders als die restlichen Mädchen. Schon als Kind interessierte sie sich nicht besonders für Popkultur, sondern entwickelte eine Liebe zur klassischen Musik. Mit jungen 19 Jahren zog sie aus, um in Russland bei der berühmten Irina Archipowa Operngesang zu studieren, doch leider verstarb „die Stimme Russlands“ im Februar 2010 und Emilia ging zurück nach Deutschland. Als sie hörte, dass bei ihrer Schwester Annabell ein Zimmer ganz oben im Haus frei werden würde, schlug sie zu. Schließlich wohnte Annabell schon seit fast zwei Jahren mitten im Belgischen Viertel, der kreativen Mitte Kölns – wo sonst sollte sie sich denn zurechtfinden können?

Emilia, das ist eine der Bewohnerinnen des Hostels „die wohngemeinschaft“. Damit ihre Zimmer aber auch von Gästen gebucht werden können, sind die WG-Bewohner fiktive Personen, die niemand zu Gesicht bekommt. Lediglich ihre Inspirationen sind für alle Gäste deutlich sichtbar. Emilia hat sich ein prunkvolles Bernsteinzimmer eingerichtet, direkt neben ihr haust Paul, dessen Leidenschaft unverkennbar das Fotografieren ist. Aber auch für den früheren Discjockey Jimmy und seine 60er-Jahre Bude oder Manus indisch inspirierten Bollywood-Palast ist Platz in der WG, die, verteilt auf acht Zimmer, 28 Betten bietet.

Jedes Zimmer des Hostels ist kunstvoll und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, egal ob Doppel-, Dreibett-, Vierbett- oder Achterzimmer. Hier schläft der Gast schon mal in einem Boot oder sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, was Künstlerin Telma mit der schwarz-weißen Waldinstallation in ihrem Zimmer erreichen will.

So unterschiedlich die Bewohner und ihre vollkommen frei erfundenen Biographien sind, so verschieden sind auch die Gäste, die aus aller Welt kommen und mehr als nur eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Die Betreiber des Hostels, zu dem auch die gleichnamige Bar sowie ein kleines Theater im Erdgeschoss des Hauses gehören, wollen mit diesem einzigartigen Konzept ihren Gästen ein Erlebnis bieten. Im 6. Stock eines eigentlich eher schnöden Gebäudes in der Richard-Wagner-Straße erwartet die Gäste eine schöne Aussicht über die Dächer des Belgischen Viertels hinweg bis zum Fernsehturm. In dieser tollen Lage sollen die Gäste scheinbar bewusst zwischen einer Erkundungstour durch die Kölner Innenstadt und einem gemütlichen Abend auf dem Zimmer oder im Aufenthaltsraum hin und her gerissen werden. Genauso wie das Wohnzimmer in der Bar, die es bereits seit Dezember 2008 gibt, ist auch der durchgängig geöffnete Aufenthaltsraum im Stile der 50er-Jahre gehalten und hält für die Bewohner unter anderem eine kleine mehrsprachige Bibliothek bereit.

Die fiktive Bewohnerin Emilia hat sich bei der Einrichtung vom Bernsteinzimmer inspirieren lassen. (Foto: die wohngemeinschaft)

Wie in einer echten WG ist das Hostel „die wohngemeinschaft“ vielmehr ein Ort der Begegnung als bloß eine schlichte Unterkunft. Wohnen steht hier im Vordergrund, damit der Aufenthalt in der Rheinmetropole für die Gäste ein besonderer Teil ihrer Reise wird.

Dass ihre Schwester nun oben bei ihr im Haus wohnt, ist für Annabell ein großer Glücksfall. Sie schätzt es sehr, dem Trubel, der unten in der Bar herrscht, manchmal entfliehen zu können und oben bei Emilia den Abend zu verbringen. Manchmal kommt Emilia aber auch auf einen Kaffee runter in die WG, in der Annabell sich ein verträumtes Zimmer eingerichtet hat und dort mit drei weiteren Bewohnern lebt.
Trotzdem bleiben die beiden genau wie ihre Mitbewohner unsichtbar. In den Erinnerungen der Gäste werden Emilia und Annabell vielleicht aber trotzdem ein Gesicht bekommen.

Benjamin Kimmig

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben











© Hayit Medien Köln | 2005 - 2017 Alle Rechte vorbehalten