Koeln-Magazin.info

Anzeige

Wandern um den Otto-Maigler-See

Am Otto-Maigler-See können Besucher die Sommerzeit genießen (Foto: Droste Verlag)

Schon der Blick vom Parkplatz am Startpunkt zurück nach Köln ist sehenswert. Auch der restliche Rundweg kann sich sehen lassen. Er führt durch lichten Wald rund um den Otto-Maigler-See, dessen Strandbad an einem sonnigen Sommertag zu einer Badepause verführen kann. Bei (fast) jedem Wetter hingegen können wir Wassersportler auf dem See beobachten.

Wir parken und starten auf dem Wanderparkplatz am Ende der Straße Zur Gotteshülfe in Hürth-Burbach. (Wer mit dem Bus angereist ist, gelangt über die Straße Zur Gotteshülfe in etwa 10 Minuten hierher.) Unser Weg führt in der Verlängerung der Straße hinab zum Ufer des Otto-Maigler-Sees.

Der See entstand 1977 in einem ausgekohlten Tagebaurestloch des Braunkohlegrubenfeldes Gotteshülfe. Er wurde bewusst als Zentrum eines Naherholungsgebiets zwischen den Hürther Stadtteilen Berrenrath, Gleuel, Burbach, Knapsack und Alt-Hürth angelegt. Benannt ist er nach dem Bergwerksdirektor Otto Maigler, der sich als Vorstandsmitglied der Rheinbraun bis zu seinem Tod 1967 für die Rekultivierung des Braunkohlereviers einsetzte. An dem Gewässer tummeln sich täglich die Wanderer, Radler, Angler, Schwimmer, Windsurfer und Ruderer. Der benachbarte Hürther Waldsee wurde dagegen als Naturschutzsee von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

Dem Uferweg folgen wir nach rechts und an einer Gabelung links über die Metallbrücke bis zum Parkplatz des Strandbades. Diesen überqueren wir entlang der Einzäunung. Am Ende des Platzes folgen wir links dem breiten Weg, jedenfalls sofern wir nicht schon etwas essen wollen und zunächst den OMS Beachclub aufsuchen.
An den folgenden drei Gabelungen schlagen wir jeweils den linken Weg ein. Nun sind wir wieder am Seeufer angelangt und folgen dem Uferweg für 1,8 Kilometer. Einige kleinere Lichtungen ermöglichen eine Rast am Ufer.
In und an diesem von Wassersportlern kaum genutzten Teil des Sees erfreuen sich sowohl Hobbyangler als auch Kormorane an der Fischvielfalt. Der See ist mit Karpfen, Hechten, Barschen, Schleien und Weißfischen besetzt. Außerdem sind hier zeitweise auch Höcker­schwäne und verschiedene Entenarten anzutreffen.

Einstiges Kloster am ehemaligen Tagebau

Das Wegkreuz aus Eisenbahnschwellen verweist geheimnisvoll auf das Kloster in der Nähe des Sees (Foto: Droste Verlag)

Am äußersten südwestlichen Ende des Sees angelangt – der Weg beschreibt hier einen lang gezogenen Linksbogen –, verlassen wir den nach links abknickenden Uferweg und steigen geradeaus hinauf zu einem Wanderweg, der auf der Höhe an einem Findling auf einen breiteren Weg trifft. Hier gehen wir geradeaus weiter und ignorieren einen Pfad von rechts. Unser Weg führt auf der Höhe an einer Sitzbank mit Seeblick vorbei immer geradeaus parallel zum Uferweg. Nach etwa 2 Kilometern biegen wir scharf nach rechts ab. Der Weg führt bergab und durch eine Linkskurve; er ist später asphaltiert und bringt uns zum Gelände des ehemaligen Klosters Marienborn Burbach. Heute werden die noch erhaltenen Gebäude von örtlichen Sportvereinen genutzt.

1233 stiftete Guderis, die Witwe des Kölner Patriziers Hartmann von Geyr, den Zisterzienserinnen ein neues Kloster. Schon 1236 siedelten einige Nonnen aus dem Kölner Kloster Mariengarten in die Ville über und gründeten das Kloster Marienborn. Der Name sollte an das Mutterhaus in Köln erinnern und auf die zahlreichen Quellen des Burbachs hinweisen, die rund um das Kloster entsprangen. Zu dem Kloster gehörten eine Öl- und eine Getreidemühle, Äcker und Stallungen zur Selbstversorgung, ein großes Wasserreservoir und eine Klosterkirche. Auf diese Weise konnten die Schwestern autark und abseits weltlicher Sorgen leben. Durch Schenkungen und Erbschaften vergrößerte sich der Besitz des Klosters auf über 1100 rheinländische Morgen, das sind nach heutigen Maßen rund 350 Hektar Land. Im Rahmen der Säkularisation wurde 1802 auch das Kloster Marienborn verstaatlicht; die Gebäude verfielen schnell. Nach der Vertreibung der Ordensfrauen blieben nur das 1727 gebaute Försterhaus, der Hof und die Mühle erhalten. Die eigentlichen Klostergebäude, die Klosterkirche und die Klostergärten lagen südwestlich von unserem Standort und wurden schon kurz nach der Aufhebung des Klosters abgerissen. 2002 pflanzten die Mitglieder des Hürther Heimat- und Kulturvereins eine Hainbuchenhecke, die die Außenmauern des Klosterkreuzgangs kennzeichnet.

Unser Weg führt uns vor dem Klostertor links am Füngelingshof vorbei.

Hof und Mühle des Klosters waren stets verpachtet und gehörten zum klösterlichen Immunitätsbezirk. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mühle stark beschädigt und musste 1949 abgerissen werden. Der Füngelingshof auf der linken Seite des Weges ist nach den letzten und langjährigen Pächtern benannt, den Eheleuten Füngeling.

Wir gehen zwischen einem Parkplatz und einem Bildstock zur Erinnerung an den Standort der Klosterkirche hindurch, biegen an der T-Kreuzung rechts ab und laufen auf dem Asphaltweg bis zur nächsten Kreuzung. Hier folgen wir dem Weg nach links Richtung Brühl/Hermülheim/Hürth an der grün-weißen Schranke vorbei ins Naturschutzgebiet Hürther Waldsee hinein. Wir gehen zunächst auf einem Schotterweg bergab. An einem aus Eisenbahnschwellen gefertigten Holzkreuz biegen wir links ab. Der Weg führt durch lichten Wald. Linker Hand liegt der Hürther Waldsee im Tal versteckt.

Ein Stück Geschichte rund um den See

Der Hürther Waldsee ist ein Tagebaurestsee und steht unter Naturschutz. Er ist ein Beispiel für gelungene Rekultivierung: Gleich nach dem Abzug des letzten Baggers begann man damit, einen möglichst vielfältigen Lebensraum herzustellen. Auf diese Weise konnte sich eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren ansiedeln, auch einige Tierarten von der Roten Liste wurden in den vergangenen Jahren hier dokumentiert. Vor allem ist der Hürther Waldsee ein Rückzugsgebiet für Wasservögel. Zu den Arten, die man antrifft, gehören Pirol, Graureiher, Eisvogel und Haubentaucher, darüber hinaus seltene Orchideen, Fledermäuse, Heuschrecken und Schnecken.

An der T-Kreuzung hinter einer Schranke gehen wir rechts am Feldrand entlang. Hier, im ehemaligen Gebiet der Grube Theresia, wurde nicht nur zu Zwecken der Naherholung aufgeforstet, sondern die Landschaft auch für landwirtschaftliche Nutzflächen rekultiviert. Unser Weg macht an einer Wegeinmündung von rechts einen Linksbogen und führt weiter am Feldrand parallel zur Ortsumgehungsstraße bis zu einer Fußgängerbrücke. Über diese können wir einen kleinen Abstecher zu einer Denkmal-Bahn machen, einer Lokomotive mit zwei Waggons, die an die Villebahn erinnern.

Die Villebahn war eine Werksbahn auf Normalspur, mit der während der aktiven Zeit des Tagebaus die Kohle transportiert wurde. Die ursprüngliche Strecke einer Werksbahn vom Bahnhof in Kalscheuren zu den Ribbertwerken in Hermülheim von 1888 wurde um die Jahrhundertwende nach Alt-Hürth verlängert, um Kohle aus der Grube Theresia zu transportieren. Später reichte sie bis nach Berrenrath. Die ersten Lokomotiven waren mit Dampf betrieben, später fuhren auf der Strecke Dieselloks. Die Elektrifizierung erfolgte 1956. Im Jahr 1974 wurde die Strecke stillgelegt.

Unser Weg führt nicht über die Brücke, sondern noch vor der Moschee links am Feldrand entlang. Wir passieren eine Kleingartenanlage und erreichen einen Waldrand. Auch hier gehen wir links am Feldrand weiter bis zu einer Kreuzung mit einem großen Stein. Dort biegen wir rechts ab und nehmen nach 50 Metern den Asphaltweg nach links. Er führt später als Schotterweg leicht bergab zu einer Holzbrücke. Auf dieser überqueren wir einen Bach und gehen dahinter bergauf zu einer Wegkreuzung. Der Weg halb rechts bringt uns bergauf, bis wir wieder auf den Weg oberhalb des Uferweges stoßen. Diesem folgen wir rechts am Bootshaus des Hürther Rudervereins vorbei zurück zum Wanderparkplatz.

Der See ist umringt von Natur und sorgt so für eine entspannende Atmosphäre (Foto: Droste Verlag)

Praktische Infos

Pkw: A 4, AS Köln-Klettenberg, auf B 265 Richtung Hürth, in Hürth-Hermülheim rechts auf L 92
(Horbeller Straße) Richtung Frechen, hinter Ortsausgang links auf K 2; Wanderparkplatz
Otto-Maigler-See
ÖPNV: Ab Köln Hbf. Bus 978 bis Hürth-Burbach
Rundweg: Ca. 10,5 Kilometer/3,5 Stunden
Streckenprofil: Wald- und Schotterwege mit Gefällen und Steigungen; für Fahrräder und robuste
Kinderwagen geeignet
Pilgerort: Ehemaliges Kloster Marienborn Burbach, Kloster Burbach 3, 50354 Hürth-Burbach
Einkehr: OMS Beachclub, Strandbad Otto-Maigler-See, 50354 Hürth, Tel. (0 22 33) 3 52 48,
www.oms-beachclub.de; außerhalb der Badesaison Rucksackverpflegung
Am Wegesrand: Otto-Maigler-See mit Strandbad; Füngelingshof des ehemaligen Klosters Marienborn; Hürther Waldsee; Denkmal-Bahn in Alt-Hürth

Zum Bestellen auf Amazon bitte auf das Bild klicken

Dieser Beitrag stammt aus dem Buch von
Ingrid Retterath
Köln/Bonn - Erlebniswanderungen zu heimischen Pilgerorten
Droste Verlag GmbH, Düsseldorf
ISBN 978-3770014644
128 Seiten, 10,95 Euro

mit freundlicher Genehmigung des Droste Verlages.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben











WetterOnline
Das Wetter für
Köln

Buchempfehlung

Zum Bestellen auf Amazon bitte auf das Bild klicken

Dieser Beitrag stammt aus dem Buch von
Ingrid Retterath
Köln/Bonn - Erlebniswanderungen zu heimischen Pilgerorten
Droste Verlag GmbH, Düsseldorf
ISBN 978-3770014644
128 Seiten, 10,95 Euro

mit freundlicher Genehmigung des Droste Verlages.

Hier finden Sie noch mehr Freizeittipps für Köln:

Cornelia Auschra, Ute Hayit
Kölner Ausflüge
Burgen, Parks und lehrreiche Pfade

Hier können Sie das eBook direkt bestellen:
ePub: 978-3-87322-172-7
mobi: 978-3-87322-173-4
3,99 EUR

Cornelia Auschra, Ertay Hayit
Kölner Radtouren
Mit dem Fahrrad auf echt kölschen Spuren

Hier direkt bestellen:

ePub: 978-3-87322-164-2
mobi: 978-3-87322-165-9
PDF: 978-3-87322-163-5

© Hayit Medien Köln | 2005 - 2017 Alle Rechte vorbehalten