Koeln-Magazin.info

Anzeige

Kölncampus: innovatives Radio mit Ecken und Kanten

Kölncampus-Mitglied Marcel Joppa im Interview mit der Koeln-Magazin.info-Redaktion

Das Hochschulradio Kölncampus ist nicht nur für Studenten attraktiv

Nicht weit von der Kölner Uni entfernt, auf der Kerpener Straße, befindet sich im Dachgeschoss eines unscheinbaren Altbaus ein hochmodernes Sendestudio. Hier ist der Sitz von „Kölncampus“, dem Kölner Campusradio. Wer es einmal die vielen Treppen hinauf geschafft hat, kann im Kreise eines netten Teams lernen, wie Radio gemacht wird.


Morgens um 10 Uhr in Köln. Studentin Daniela P. macht sich auf den Weg zur Uni. Bestens eingestimmt und wohl informiert von ihrem Lieblingssender, dem Kölncampus. Dabei haben es ihr besonders die ausgefallene Musik und die werbefreien Reportagen angetan. Und auch die Mensatipps des Tages, vorgestellt von Studenten für Studenten, sind nicht zu verachten.

Radioprogramm ohne Werbeunterbrechung

Kölncampus ist der einzige Radiosender in Köln, der ausschließlich von Studenten betrieben wird. Studenten bilden die Redaktionen und organisieren den täglichen Ablauf. Das breit gefächerte Programm und die innovative Musikauswahl richten sich jedoch keineswegs nur an Studenten. Marcel Joppa, Jahrgang 1982, ist der Pressesprecher von Kölncampus und gleichzeitig einer der erfahrensten Redakteure des Hochschulsenders. Vor seiner Ausbildung bei Kölncampus hat Marcel Joppa bereits drei Jahre als freier Mitarbeiter beim Lokalradio in Duisburg gearbeitet. Unterhält man sich mit ihm über Kölncampus, ist schnell die Rede davon, welche Vorteile ein Hochschulsender gegenüber dem festgefahrenen Programm vieler regionaler Sender hat.

Das Musikprogramm von Kölncampus überrascht und ist nie langweilig. Auf Werbeunterbrechungen wird komplett verzichtet. Finanziert wird der Sender weitgehend über die Hochschulen und die Studierenden. Einige Sendungen werden allerdings gelegentlich durch Unternehmen gesponsert. Die informativen  Themen sprechen sowohl Studenten als auch Menschen an, denen das studentische Lebensgefühl noch immer nah ist. „Vom Taxifahrer bis zur Kölner Großfamilie finden alle das werbefreie Programm von Kölncampus toll“, so Joppa. „Und auch in vielen mediennahen Unternehmen werden wir gehört“.  Laut seiner Einschätzung hören täglich 5.000 bis 10.000 Menschen das Programm von Kölncampus.

„Kölncampus kann man 24 Stunden ohne Werbeunterbrechungen hören.”

Mischung aus Pop, Jazz und Rock

Inzwischen füllen mehr als 500 Studenten der Kölner Hochschulen ein 24-Stunden-Programm mit 27 verschiedenen Wort- oder Musiksendungen. Sie heißen „Frührausch“, „NachDurst“ oder „Mixtape“. In den Wortsendungen geht es um spannende Themen wie Wissenschaft, Nachrichten, Kultur, Sport, Events oder auch um Mensatipps. Einschalten lohnt sich also – auch wegen der Musikmischung aus Pop, Jazz und Rock. Für diesen bunt gefächerten Mix legt die 50 bis 80 Mitglieder umfassende Musikredaktion laut Marcel Joppa „ihre Hand ins Feuer“.

Es wird versucht, Künstlern eine Plattform zu bieten, die in der durchformatierten Radiolandschaft keinen Platz finden. Doch auch bereits etablierte Musiker werden in das Programm aufgenommen. Es kommt zudem nur sehr selten vor, dass sich die einzelnen Songs wiederholen. Sollte ein Hörer sich fragen, welchen Melodien er gerade lauscht, dann sei ihm ein Besuch der Homepage www.koelncampus.com empfohlen. Dort findet sich eine Liste mit den Titeln der aktuell laufenden Stücke. Einsehbar sind zudem Listen früherer Sendetage.

„Außer Schlager gibt es bei uns keine Musikfarbe, die nicht bedient wird.”

Möglichkeit der radiojournalistischen Ausbildung

Neueinsteiger bekommen bei Kölncampus die Möglichkeit einer radiojournalistischen Ausbildung. Im Rahmen des 12-wöchigen Lehrgangs lernen sie das Sprechen On-Air, das Erstellen von Beiträgen, das Sprechen und Recherchieren von Nachrichten und den Umgang mit der Technik. In der zweiten Woche dürfen die Radiofrischlinge bereits mit den Mensatipps ans Mikro. Außerdem findet jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr die Konferenz zur Planung der nächsten Woche statt, bei der die neuen Mitglieder ebenfalls anwesend sind. Darüber hinaus gibt es während der zwölf Wochen verschiedene Treffen und Workshops, in denen Grundlagen und Hintergrundwissen zur Arbeit im Radio vermittelt werden. Drei Workshops sind während der Ausbildung Pflicht: ein Technik-, ein Nachrichten- und ein Beitragsworkshop. Am Ende erhält jeder Teilnehmer über jeden Workshop ein Zertifikat. Nach einem Jahr aktiver Mitarbeit bei Kölncampus gibt es ein Zeugnis über die ehrenamtliche Mitarbeit beim Sender. Außerdem werden freiwillige Fortbildungsfahrten angeboten. Unter anderem kann man auf diese Weise ein Sprechtraining absolvieren, das üblicherweise über 400 Euro kostet. Für Kölncampusler ist der Kurs kostenlos.

Nach der Ausbildung stehen den frischgebackenen Radiojournalisten alle Türen im Sender offen. Ob man danach in einer der zahlreichen Spezialredaktionen arbeiten, sich um die PR des Senders kümmern möchte, zur Online-Redaktion wechselt oder sich als Musikredakteur versucht, bleibt jedem selbst überlassen. Schon während der Ausbildung hat man ausreichend Gelegenheit, in diese Bereiche hinein zu schnuppern. Jedes Mitglied zahlt einen Beitrag von 10 Euro im Semester. Ein Teil davon wird in die Fortbildung aller Teilnehmer investiert, der Rest kommt der Technik des Radios zugute.

Marcel Joppa von Kölncampus sieht die Stärke des Senders im bunten Programm

Radio mit Ecken und Kanten

Fehler werden bei Kölncampus schnell verziehen, schließlich ist es ein Ausbildungsradio und will Radiobegeisterte auf ihrem Weg zum großen Moderator erst schulen. Das Sprechen werde erst geübt und wichtige Grundkompetenzen vermittelt, weiß der Kölncampus Pressesprecher zu berichten. „Klar, dass der Hörer ab und zu merkt, dass wir ein Ausbildungsradio sind, aber das soll auch so sein. Wir wollen gar nicht kantenlos und die Leute sollen auch nicht hochprofessionell sein. Denn gerade diese kleinen Ecken und Kanten machen uns doch hörbar. Sonst könnte man direkt 1Live oder andere Sender hören“, stellt Joppa fest.

Nichtsdestotrotz: Viele der ehemaligen Redaktionsmitglieder von Kölncampus arbeiten inzwischen als Moderatoren, Redakteure oder Freie Mitarbeiter bei öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern und auf verschiedenen Posten anderer Medienunternehmen.

Größtes Campus-Radio in Deutschland

Seit 2002 gibt es Kölncampus, das aus dem Bürgerfunk hervorgegangen ist. Man verhandelte mit der Landesanstalt für Medien, mietete einen Sendemast am Neumarkt im Stadtzentrum, und dann startete der Betrieb. Heute zählt die CampusWelle rund 500 Mitglieder. Mittlerweile ist Kölncampus das größte Campus-Radio in Deutschland, gemessen an der Mitgliederzahl und dem Live-Stunden-Anteil. Möglich gemacht haben das zwei Vereine: der Trägerverein Kölncampus e.V. und die Campus-Welle Köln e.V.

Das Hochschulradio Kölncampus kann über Antenne auf 100,0 MHz im gesamten Kölner Stadtgebiet, im Unitymedia-Kabel auf 90,2 MHz und per Livestream auf www.koelncampus.com empfangen werden.

Im Radio ist Kölncampus nur innerhalb Kölns zu hören. Per Livestream, also im Internet, ist der Sender überall zu empfangen. Die technische Ausstattung lässt es momentan allerdings nur zu, dass die Höchstzahl der Hörer im Internet 300 beträgt. Der Livestream sei immer sehr gut ausgelastet, erwähnt Joppa.

Marcel Joppa im Gespräch mit Judy Muhawi und Ertay Hayit (Chefredakteur) von Koeln-Magazin.info (v.r.n.l.)

Marcel Joppa hat durch die Arbeit im Campus Radio nicht nur viel gelernt, er hat auch viele neue Freunde gewonnen und konnte Kontakte in die Medienwelt knüpfen. „Die Arbeit bei Kölncampus bringt jede Menge Spaß und Verantwortung“, berichtet er. Innerhalb des Radios könne man zudem sein Wissen aus verschiedenen Fachrichtungen in der Praxis erproben - sowohl in den Redaktionen als auch in technischen, gestalterischen und organisatorischen Bereichen. Deshalb kann Marcel Joppa jedem Kölner Studierenden, der sich für den Bereich Medien interessiert, diese Ausbildung nur empfehlen.

Ob Kölncampus-Hörerin Daniela P. nach ihrem Studium einen Beruf im Medienbereich einschlägt, weiß sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Eins ist jedoch gewiss: sie wird Kölncampus im Laufe ihres Studiums und darüber hinaus treu bleiben.

Text: Judy Muhawi
Fotos: Jörg Paschke

Außer Schlager gibt es bei uns keine Musikfarbe, die nicht bedient wird

In unserem Podcast-Interview informiert Pressesprecher und Redaktionsmitglied von Kölncampus Marcel Joppa über die Vorteile eines von Studenten geführten Radiosenders. Hier erfahren Sie Interessantes über die Arbeit im Sender und die Besonderheiten des innovativen Programms.

Audio-Podcast mit Marcel Joppa:

Kommentare

John Merlino, 25.05.2009 09:49:
Sehr geehrte Damen und Herren

Ich absolviere eine Grundausbildung Und Fortbildung im Radiojournalismusbereich und würde mich gerne spezifisch in die Thematik konzentieren. Im moment Moderiere ich auch eine Kultursending beim Radio Lora & Rabbe, Radio Queertunes 24 Sendungen in der Woche die vielseitig, interessant für die Hörer und Hörerinnen sind. Natürlich bin ich ein offene Person die gerne bei Ihnen einen Kurs absolvieren möchte. Wäre, dass möglich weill ich von Zürich bin? Den durch vielseitiges lernen in den verschiedenen Bereich kann ich mich weierentwickeln.
Mein Ziel ist es: RADDIOJOURNALIST zu werden und geben mein bestes, dass ich Erfolg haben wird. Senden Sie mir ein Mail, wenn es möglich ist und wan die Kürse auch starten würden. Freundliche Grüsse John Merlino

Kommentar schreiben











PODCAST: Audio-Interview mit Marcel Joppa

© Hayit Medien Köln | 2005 - 2017 Alle Rechte vorbehalten