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22.06.17

Abenteuerlust: Raus aus Köln

Vom Auswandern und langjährigem Reisen

(Foto: pexel.com)

Deutschland liegt auf Platz 12 (von 61) im Ländervergleich der Zieldestinationen, wenn es ums Einwandern geht. Gar nicht übel. Nichtsdestotrotz zieht es auch viele Deutsche ins Ausland. Zwischen 2009 und 2013 wurden rund 710.000 Menschen gezählt, die Deutschland dauerhaft verlassen haben (Studie Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) und Universität Duisburg-Essen).

Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die arbeitsbedingt ins Ausland ziehen – Menschen, die von ihren Unternehmen anderweitig eingesetzt werden, einige Jahre im Ausland bleiben und dann meistens wieder nach Hause zurück kommen. Oder diejenigen, die einfach mal raus, eine Sprache lernen oder in ein anderes Klima wollen. Auch die zieht es oft nach einer Zeit wieder nach Hause zurück.

Und dann gibt es noch die Abenteurer. Das sind in der Regel die Menschen, die nicht lange auf ein und demselben Platz bleiben können; die einen Drang verspüren, nicht nur Neues kennenzulernen, sondern wirklich Neues zu leben. Menschen, die nicht unbedingt immer auf Sicherheit und Struktur setzen, sondern durchaus auch mal ein Risiko eingehen.

In Deutschland scheinen Auswandern und Reisen jedenfalls Tradition zu haben. Bereits im 17. Jahrhundert unternahm der Naturforscher und Reiseschriftsteller Georg Forster gemeinsam mit seinem Vater auf den Expeditionsschiffen von James Cook eine Weltumseglung. Er ging als erster deutscher Weltumsegler in die Geschichte ein.

Die Tradition der Weltumseglung lebt bis heute fort. Der Kölner Yacht Club ist Trans Ocean Stützpunkt und damit Anlaufpunkt für Segler, die es über die Ozeane zieht. So erhielt die Kölnerin Hella Freigang den Transocean-Preis für ihre mehrjährige Weltumseglung auf der Segelyacht Lorbas.

Kölner haben bereits im 18. Jahrhundert begonnen, die Welt zu entdecken. Sie sind nicht nur europaweit umgesiedelt, sondern sogar in die USA, auf die Bahamas, nach Argentinien, Indien, und Algerien ausgewandert. Ganz schön bemerkenswert, vor allem wenn man die damaligen Reisemöglichkeiten und die Risiken bedenkt. In den 1930ern entflohen Familien der Wirtschaftskrise, unter anderem zog es das Kölner Ehepaar Wittmer auf die Galapagos Inseln.

Auszuwandern ist keine einfache Entscheidung. Trotz Globalisierung traut sich nicht jeder, aus seiner heimischen Komfortzone auszubrechen. Es braucht Mut, Neugier, Risikobereitschaft und ein gewisses Maß an Planung. Natürlich spielt auch oft ein angemessenes Startkapital eine Rolle. Wahrscheinlich stoßen deshalb TV Shows wie „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ auf so große Resonanz.

Im Kölner Verlag Hayit Medien (das ist der Verlag, in dem auch dieses Koeln-Magazin.info erscheint) erscheinen Auswander-Ratgeber. Dabei ist Auswandern nach Kanada ein Dauerthema. In letzter Zeit registriert man im Verlag auch eine steigende Nachfrage nach Auswandern nach Spanien.

Internet-Jobs boomen. Home Office und Arbeiten am Computer, egal wo man gerade ist, avanciert zum Traum der Abenteuerlustigen. Kochen und Ernährung sind beispielsweise gerne genutzte Themen für globale Traveller, weil man von überall aus darüber bloggen kann. Und weil Ernährung nicht nur emotional behaftet, sondern ein wichtiger Teil jeder Kultur in allen Ländern der Welt ist. Blogs und Guides, in denen man Tipps und nützliche Informationen findet, erfreuen sich steigender Popularität.

Eine etwas andere Art der Auswanderung wagen die Wahlkölner Geraldine und Robert. Beide haben in Köln ihr Studium abgeschlossen und sich einen alten Daimler Benz 208 gekauft. Jetzt soll es auf unbestimmte Zeit und mit unbestimmtem Ziel auf Reise gehen. Beide haben neben ihrem Studium eine zirkuspädagogische Zusatzausbildung absolviert. Ihr Wissen und Können als Clowns und Jongleure wollen sie in fremden Ländern einsetzen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ob auf Dauer oder temporär, das halten sie sich offen. Und sie möchten Kindern in Waisenheimen in aller Welt etwas Freude bringen und dort ohne Bezahlung als Clowns auftreten. Ein bemerkenswertes Projekt. Infos dazu gibt es im Blog von Geraldine und Robert: www.circus-roots.com.

Viele träumen zwar vom sofortigen Aussteigen, aber trotzdem fliegen Auswander-Interessierte oft erst mal in Urlaub und suchen nach ihrem Traumland. Denn schließlich soll das Ziel ja auch zu einem passen. Bevor man sich für das endgültige Auswandern entscheidet, gibt es noch eine günstige Variante um zu reisen und fremde Länder kennenzulernen: Work and Travel. Immer mehr junge Menschen steigen für ein oder zwei Jahre aus und nutzen Webseiten wie workaway oder wwoof, um erst mal irgendwo anzukommen und für Kost und Logis auf freiwilliger Basis zu arbeiten. So geben sie weniger von ihrem Ersparten aus und bekommen einen ersten Einblick in lokale Gegebenheiten und Informationen aus erster Hand, was die örtlichen Arbeitsbedingungen, Bürokratie und Anforderungen des Landes betrifft. Denn oft sind die Betreiber, die „work and travel“ anbieten, selbst eingewandert und kennen sich daher mit den Fragestellungen der Auswanderer gut aus.

Aber nicht jeder möchte auswandern, um sich selbstständig zu machen. Innerhalb Europas findet sich in der Regel jeder ganz gut zurecht. Liegt das Land der Wahl aber außerhalb Europas, vielleicht sogar auf einem anderen Kontinent, dann ist oft die Botschaft oder das Konsulat im betroffenen Land eine gute Anlaufstelle, wenn es um Ratschläge geht. Sei es bei hilfreichem Wissen rund um Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitsbewilligung oder vielleicht sogar bei Verbindung zu internationalen Firmen im Land aufzubauen.

Und wenn es mit dem Auswandern nicht klappt oder man vor Ort nicht zurecht kommt: Es wird immer ein Flugzeug geben, das einen wieder nach Hause fliegt. Und Köln ist ja auch nicht zu verachten...

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