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29.11.16

Das Drama um das Westspiel Casino Köln

5 Millionen Euro jährliche Einnahmen für die Stadt Köln erhofft

(Foto: @ igradesign-fotolia.com)

Ende 2012 erhielt die Westdeutsche Spielbanken GmbH & Co. KG, kurz WestSpiel, die Lizenz für eine neue Spielbank in Köln. Doch lange Zeit war nicht einmal an einen Baubeginn zu denken, geschweige denn, dass der Spielbetrieb beginnen konnte. Nun kommt endlich wieder Bewegung in die Angelegenheit.
 
Langwierig Standortwahl zog die Planung in die Länge
Der Glücksspielstaatsvertrag bestimmt die Anzahl der Spielbanken im Land NRW, nach diesen Regelungen war 2012 noch eine einzige Lizenz für ein großes Casino zu vergeben. Das Glücksspielrecht dient dazu, ein begrenztes Kontingent an legalen Glücksspielen bereitzuhalten, um das Spielvergnügen in geordnete Bahnen zu lenken. Die Stadt Köln sah damals ihre Chance, sich lukrative Einnahmen zu sichern und schloss einen Vertrag mit WestSpiel – danach ging es an die konkrete Projektplanung.
 
Mehr als drei Jahre nahm allein die Standortwahl in Anspruch, bis dahin flossen Opens external link in new windowweit über eine Million Euro in Beratungsleistungen, architektonische Planungen und die Projektsteuerung. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Landes NRW legte darüber Rechenschaft ab und fügte die folgende schriftliche Ergänzung hinzu: „Eine finanzielle Verpflichtung besteht in Form einer vertraglich zugesicherten Erfolgsprämie gegenüber einer Maklerfirma, wenn durch deren Vermittlung ein Standort für die Spielbank in Köln realisiert wird.“
 
Obwohl also offensichtlich ein großzügiges Budget zur Realisierung der vorliegenden Pläne zur Verfügung stand, erwies sich das ehemalige Tankstellengrundstück an der Cäcilienstraße nach genauer Überprüfung als zu unrentabel. Als Alternativen kamen sowohl das Gerling-Quartier als auch der Breslauer Platz, die oberen Stockwerke des Karstadt-Komplexes an der Breite Straße sowie das Staatenhaus zur Sprache. Auch ein Grundstück an der Mühlheimer Schanzenstraße wurde in Augenschein genommen. Doch damit nicht genug: Sämtliche Überlegungen, die Messe-City Deutz als Standort zu nutzen, scheiterten, obwohl die Opens external link in new windowNeuansiedlung von 2.700 Arbeitsplätzen der Zurich-Versicherung diese Örtlichkeit deutlich aufwertete. Sogar der Flughafen bot sich an, passende Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, und auch das Umfeld der Deutzer Messe zeigte deutliches Interesse.
 

(Foto: Hayit / Koeln-Magazin.info)
 
Siebenstöckiger Neubau am Ottoplatz soll bis 2021 fertig sein
Der Bedarf für ein Casino ist also durchaus vorhanden, doch noch immer müssen die Opens external link in new windowKölner Bürger auf Online-Plattformen zurückgreifen, wenn sie die Casino-Klassiker Roulette, Poker und Blackjack innerhalb des Stadtgebietes spielen möchten. Und das wird mindestens bis zum zweiten Quartal des Jahrs 2021 auch noch so bleiben, denn es steht inzwischen fest, dass nur ein Neubau infrage kommt, dessen Fertigstellung weitere Zeit in Anspruch nimmt. Obwohl die verantwortlichen Politiker zum größten Teil für die gewinnträchtige Spielbankansiedlung sind, drohte sich das zur Verfügung stehende Zeitfenster allmählich zu schließen. Anfang 2016 kam dann doch Opens external link in new windowdie erlösende Nachricht: Kölns Glücksspieler finden ihre Anlaufstelle demnächst am Ottoplatz in der Nähe des Deutzer Bahnhofs, hier soll ein siebenstöckiger Neubau auf einem Grundstück entstehen, das sich im Besitz der Stadt befindet. Zuerst sprachen die Planer des »modernsten Casinos Europas« allerdings von fünf Stockwerken, die mittlerweile nicht nur sprichwörtlich aufgestockt wurden. Mehrere dieser Etagen, wahrscheinlich fünf an der Zahl, sind allerdings für Parkplätze reserviert: Die WestSpiel AG möchte so für die Sicherheit ihrer Kunden sorgen, die das Gebäude nach dem Spielgenuss auf diese Weise nicht zu Fuß verlassen müssen.
 

(Foto: Wikimedia © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons))

 
Stadt Köln erwartet 5 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr

Das besagte Grundstück am Ottoplatz lässt weder eine Wohnbebauung noch eine Gewerbeansiedlung zu, darum erscheint diese Lösung sinnvoll. WestSpiel schätzt die zu erwartenden Einnahmen auf etwas dieselbe Höhe, wie sie die Spielbank Duisburg zu verzeichnen hat; das brächte dem Kölner Stadtkämmerer pro Jahr etwa 5 Millionen Euro ein. Doch hierbei handelt es sich um keine gefestigten Zukunftsprognosen, eher um grobe Schätzungen. Zum Wohle der städtischen Finanzen wäre aber zu hoffen, dass sich die bereits getätigten Investitionen sowie die jahrelange Planungsphase tatsächlich bezahlt machen und das neue Casino den Bürgern der Stadt auch in finanzieller Hinsicht auf lange Sicht dient.
 


(Foto: @ rare - fotolia.com)

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