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05.09.17

Doppelter Nachwuchs im Kölner Zoo

„Lutz“ und „Luan“ heißen die beiden neugeborenen Przewalskipferde in der Kölner Herde

Niedlicher Nachwuchs im Kölner Zoo: die beiden Przewalskipferde „Lutz“ und „Luan“ (Foto: Werner Scheurer)

 

„Lutz“ und „Luan“ heißen die beiden neugeborenen Przewalskipferde im Kölner Zoo. Die Hengstfohlen kamen am 3. Juli und 2. August 2017 zur Welt. Der erstgeborene „Lutz“ ist der Sohn von „Lolita“, der ältesten Stute der Kölner Gruppe. „Luan“ wurde von der jüngsten Stute „Luca“ geboren. „Lutz“ freute sich sehr über die Geburt seines Spielpartners, obwohl „Luan“ sich in seinem ersten Lebensmonat noch sehr dicht bei seiner Mutter aufgehalten hat.

Bereits im vergangenen Jahr freute sich der Zoo über Nachwuchs bei dieser anmutigen Pferdeart. Damals wurden Lovis“ und „Lana“ geboren. Die beiden Jährlinge sind sehr an den Fohlen interessiert. Sie suchen vor allem „Lutz“ immer wieder auf. Zuchthengst „Solero“ wurde im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) kürzlich in einen anderen Zoo gebracht, wo er weiterhin für Nachwuchs sorgen kann. Regelmäßige  Zuchtstopps in den mehr als 60 an diesem Programm teilnehmenden Zoos und Tierparks dienen der Regulation der Population, die aus mehr als 800 Pferden besteht.

Aus den Beständen des EEPs werden seit 2013 jährlich drei bis vier Stuten in die Mongolei gebracht. Dort stützen sie die wiederangesiedelten Bestand, der sich nach dem harten Winter 2009/10 auch mit Hilfe dieser Stuten und deren Nachwuchs wieder gut erholt hat.

Przewalskipferde sind das Paradebeispiel für die Rettung eines Wildtieres, das ohne den Einsatz von Zoos nicht überlebt hätte. Bereits 1969 war diese Art im natürlichen Verbreitungsgebiet, den Trockensteppen der Mongolei und Chinas, ausgestorben. Seit 1992 existieren Wiederansiedlungsprojekte. In der Mongolei ziehen mittlerweile wieder auf drei Populationen aufgeteilte Wildpferde durch die Steppen und Halbwüsten. Alle gehen auf in Menschenobhut gezüchtete Tiere zurück. Die meisten kamen dabei aus europäischen Zoos, so auch aus Köln. Hier wird seit mehr als 30 Jahren das Erhaltungszuchtprogramm für die Przewalskipferde gemanagt. Eine der Aufgaben des Programm-Koordinators ist es, geeignete Tiere für solche Projekte auszusuchen.  

In der Wildbahn verlassen beide Geschlechter die Geburtsgruppe im Alter von ein bis zwei Jahren. Junghengste und von stärkeren Konkurrenten abgelöste Haremshengste bilden  Junggesellengruppen. Darüber hinaus kommen auch einzeln lebende Hengste vor. Im Alter von fünf bis sieben Jahren versuchen sie eine Stute im Kampf mit Haremshengsten zu übernehmen oder aber mit umherziehenden Jungstuten eine neue Gruppe zu bilden. Die Streifgebiete der Gruppen überlappen sich, es werden keine Territorien verteidigt. Wesentliche Bestandteile dieser Streifgebiete sind ausreichend Grasnahrung und permanente Wasserstellen.

Auch im Rahmen des EEPs werden Junghengste nach ein bis zwei Jahren in einer Hengstgruppe untergebracht, wo sie im Kampfspiel die geschlechtstypischen Verhaltensweisen einüben können. Jungstuten werden vielfach ebenfalls für einige Jahre in Stutenherden untergebracht. Sie können in der Geburtsgruppe bleiben, wenn der Vater aus der Gruppe genommen wurde wie im Fall der Kölner Herde.

Links:
www.koelnerzoo.de





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