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17.11.17

Kölner Selbstblockade – vor 300 Jahren

Köln im Ancien Régime. 1686–1794: Band 7 der Stadtgeschichte im Greven Verlag erschienen

Ein dickes Buch über die Geschichte der Stadt Köln im 18. Jahrhundert. Präsentiert von Verleger Damian van Melis, Jürgen Wilhelm (Historische Gesellschaft Köln) , Autor Gerd Schwerhoff und Herausgeber Werner Eck (Foto: Ertay Hayit)


In Köln wird viel geredet, aber wenig entschieden. Die Bürokratie behindert die Handlungsfähigkeit des Rates. Die Stadt blockiert sich selbst. Sie verkommt und sieht hässlich aus, architektonisch tut sich nicht viel. Es fehlt ganz einfach an Innovationen. All diese Klagen sind bekannt. Nur stammen sie nicht aus dem Köln des 21., sondern des 18. Jahrhunderts.

Im siebten Band der großen Kölner Stadtgeschichte entfaltet der Historiker Gerd Schwerhoff das Panorama einer Metropole, die auf vielen Gebieten den Anschluss an andere deutsche Städte verloren hat. Und es gibt noch weitere Parallelen zur Gegenwart: Schon damals kam es zu ökologischen Protesten gegen neue Wirtschaftszweige, etwa gegen eine Tabakfabrik, deren stampfende Maschinen Mauerrisse verursachten. Was umgekehrt überrascht: Immigranten wurden damals schnell integriert. Oft waren es gerade sie, die dann die Wirtschaft mit neuen Ideen voranbrachten – bekanntestes Beispiel dafür ist der italienische Parfümeur Giovanni Maria Farina. Zudem blieb Köln als Warenumschlagplatz und Nachrichtenzentrum bedeutsam.

So tritt in diesem neuen Standardwerk eine differenzierte Lebenswelt zutage. Das bisher einseitig negative Bild von Köln im Zeitalter der Aufklärung kann in der Form nicht mehr bestehen. Gerd Schwerhoff hat eine ganze Epoche der Stadtgeschichte neu geschrieben – und dies auf derart fesselnde Weise, dass sein Buch selbst für den interessierten Laien ein Lesegenuss ist. Denn ganz nebenbei macht man auch noch Bekanntschaft mit Theaterzettelträgern, Lottospielern und einer Naturkatastrophe.

»Für mich selbst war es eine faszinierende Erfahrung, so tief in eine Zeit einzutauchen, die uns heute nah und fremd zugleich erscheint«, sagte Schwerhoff am Freitag bei der Buchvorstellung in der Severinstorburg. „Ich sehe die Epoche jetzt mit anderen Augen."

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Der Autor

Gerd Schwerhoff (geb. 1957 in Köln), ist Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der TU Dresden. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen die Stadt- und Religionsgeschichte sowie die Erforschung von Kriminalität, Hexerei und Gotteslästerung. In zahlreichen Veröffentlichungen hat er sich mit der Kölner Stadtgeschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit beschäftigt. 

Köln im Ancien Régime. 1686–1794
Geschichte der Stadt Köln, Band 7
Gerd Schwerhoff
Im Auftrage der Historischen Gesellschaft Köln e. V. herausgegeben von Werner Eck
568 Seiten mit 163 meist farbigen Abbildungen, 17,5 × 26 cm
Leinen mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-7743-0450-5, 60 Euro
Vorzugsausgabe: Halbleder im Schuber, ISBN 978-3-7743-0451-2, 105 Euro

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