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30.12.11

Kölner Stunksitzung 2012 feiert Premiere im E-Werk

Freche Beiträge, originelle Bühnen-Bilder und fetzige Musik

Premiere im Kölner E-Werk: Stunksitzung 2012

Am Schluss stehen sie alle auf der Bühne und genießen den tosenden Applaus mit Standing Ovations: das komplette Schauspieler-Ensemble mit Moderatorin Biggi Wanninger, die Mannschaft von Köbes Underground und um Ecki Pieper und alle Mitwirkenden hinter der Bühne – vom Requisiteur und Beleuchter bis zum Choreographen und Regisseur Thomas Köller.

Premiere gelungen – das Publikum ist begeistert und fordert lauthals seine Zugaben ein. Same procedere as every year? Mitnichten.

Gute Stimmung mit fetziger Musik von Köbes Underground. Hier links auf der
Bühne Ozan Akhan und Yavuz Duman als "Modern Türking"

Die Stunksitzung 2012 kommt zwar in gewohnter Aufmachung daher. Unbequeme Biertischbänke und Blickrichtung zur Bühne mit Nackenstarre-Gefahr. Für das aktuelle Programm hat man sich aber wieder einiges Neue einfallen lassen, um sich genüsslich und gewohnt bissig-frech den zahlreichen Skandalen und Skandälchen in und um Köln zu widmen. Lieblings-Opfer sind dabei seit jeher Politiker jeglicher Couleur. Allen voran die Bundeskanzlerin. Die geht diesmal baden à la Loriot, und zwar mit Claudia Roth. Die Ente bleibt zwar draußen, dafür fordert die Grünen-Politikerin aber Angelas Waschlappen ein, worauf diese schnippisch entgegnet: „Das geht nicht. Der Pofalla ist im Kanzleramt.“

Claudia Roth (Anne Rixmann) badet mit Angela Merkel (Doro Egelhaaf)


Kein Blatt vor den Mund wird auch bei dem Sketch „XY Köln ungelöst“ genommen, bei der diverse städtische Problemfälle im piefigen Stil Ede Zimmermanns vorgetragen werden. Ein Fall ist dabei der „gerissene Trickbetrüger“ Rolf Bietmann, der von der Sparkasse Köln Bonn 900.000 Euro für einen Beratervertrag erhalten haben soll mit der Zusage, „nichts dafür zu tun“. Gefahndet wird auch nach einem radikalen Fundamentalisten Joachim K. M., nach Josef Esch, der wegen Millionenbetrugs bei der Vermietung der Kölner Messehallen gesucht wird und nicht zuletzt nach der freien Presse in Köln. Wobei jedoch festgestellt wird: „Die gibt es hier nicht!“.

Aktenzeichen Köln ungelöst: Gesucht wird ein "Bankräuber" namens
Rolf Bietmann, der 900.000 Euro von der Sparkasse Köln/Bonn fürs Nichtstun erhält.


Traditionell auch die Seitenhiebe auf den offiziellen Sitzungskarneval, der u. a. von Köbes Underground Frontmann Ecki Pieper im Stile des kürzlich verstorbenen Liedermachers Franz-Josef Degenhardt zur „Schmuddelkinder-Melodie“ besungen wird: „Geh nicht zu den Roten Funken, sing nicht ihre Lieder. Geh nicht in den Gürzenich, sei doch nicht so bieder.“

Bruno Schmitz als ungeliebter Investmentbanker: "Wie heißt die Organisation,
die Mithilfe von Korruption die Politik beherrscht? Stadtsparkasse Köln!"


Überhaupt sind es überwiegend kölsche Themen, die im Fokus der 28. Stunksitzung stehen. So lernen Immis in speziellen Sprachkursen die einzige Sprache die man auch trinken kann – Kölsch. Und es werden nützliche Begrifflichkeiten wie „Ham chair“ (Hämcher), „Bitter Mention“ (Pittermännchen) und „Come L.A.“ (Kamelle) vermittelt.

Kölsch für Ausländer: Brow Who's Under Egg heißt auf Kölsch übersetzt:
Brauhus an d'r Eck

In einer klimaneutralen Torfnasensitzung wird Energie durch intensives Stippeföttchen erzeugt und die Funkemariechen fliegen über die Bühne zum Text „Geboren um zu heben“ nach dem bekannten Unheilig-Hit „Geboren um zu leben“.

Abschluss-Nummer: Geboren um zu heben


Was wäre aber eine Stunksitzung ohne musikalische Begleitung der Hausband Köbes Underground. Die spielte sich zu Höchstform auf, als Albert Hammonds „Free Electric Band“ auf iPads – und auf Großleinwand für die Zuschauer nachvollziehbar – serviert wurde. Und war auch mit Zugaben zum Schluss nicht zu sparsam.

Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger mit der Band Köbes Underground:
Wie immer viel Spaß, viel Kritik und fetzige Musik


Same procedere as every year? Zumindest vom Schlusslied „Dat jeht mir am Arsch vorbei“ kann man das gottseidank behaupten.

Fazit der Redaktion von Köln-Magazin:
Kurzweiliges Programm mit vielen neuen Ideen und Effekten. Klasse Musik und tolle professionelle Schauspieler. Freche erste Halbzeit mit vielen bissigen Texten. Zweite Halbzeit etwas zu brav, aber dennoch sehr unterhaltsam. Alles in allem überaus sehenswert.

Text: Ute Hayit
Fotos: Ertay Hayit

Internationale Politik als Hänneschen-Theater: Ackermanes verleiht gegen
Wucherzinsen Euro-Flöns, damit Merkelchen und Nicolaus Sackjeseech
sich ein Kölsch leisten können



Termine
Insgesamt ca. 46-mal gibt es die Stunksitzung dieses Jahr. Leider sind alle Karten offiziell ausverkauft. Auf der Homepage der Stunksitzung gibt es jedoch noch einzelne Restkarten von Privatpersonen. Wer keine Karten ergattern konnte, kann die Sitzung im WDR-Fernsehen am 16. Februar 2012 um 22.00 Uhr sehen.

Als Dankeschön für einen gelungenen, abwechslungsreichen Abend gab es vom
Premierenpublikum Standing Ovation

Links:
www.stunksitzung.de




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