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Das RheinEnergie Stadion (Foto: Jörg Paschke)

Der 1.FC Köln - Ein Traditionsverein ist nicht kleinzukriegen

„Mer stonn zo Dir, FC Kölle“

Der 1. FC Köln gehört zur Rheinmetropole wie der Dom oder der Karneval. 80% der Kölner fühlen sich mit ihrem Verein verbunden. Frei nach dem Motto ihres Vereinsliedes „Mer stonn zo Dir, FC Kölle“ erfreuen sich die Geißböcke ungetrübter Beliebtheit, selbst nach wiederholtem Abstieg in die 2. Fußballbundesliga. Bei Heimspielen ist das Rhein-Energie-Stadion fast immer ausverkauft, selbst in den schwierigen Zeiten in der zweiten Liga strömten zumeist über 40.000 Zuschauer in das Müngersdorfer Schmuckkästchen. Das ist absoluter Rekord im Zweitligabereich, der unverkennbar zeigt, welche Bedeutung der Verein für die Stadt hat.

Lukas Podolski und Mitspieler beim Training (Foto: Jörg Paschke)

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Im Jahr 1948 begann die Erfolgsgeschichte des 1. Fußball-Clubs Köln. Am 13. Februar des Jahres war die Fusion der beiden Vereine Kölner Ballspiel-Club (KBC) 01 und Spielvereinigung Sülz 07 perfekt und der 1. FC Köln unter dem Vorsitz des ehemaligen KBC Präsidenten Franz Kremer gegründet.

1. Fußball-Club Köln – ein ungewöhnlicher Name angesichts der Tatsache, dass es doch zuvor schon zahlreiche Kölner Fußballclubs gab. Der neu gegründete Verein hatte seine Messlatte gleich hoch gesteckt: Man wollte die Nummer eins in Köln werden, das sportliche Aushängeschild der Stadt. Deshalb entschied man sich auch für die Stadtfarben Rot und Weiß als Vereinsfarben. Das Vereinswappen ziert übrigens der Kölner Dom.

Gleich nach seiner Gründung stieg der FC in die laufende Saison ein, und ihm gelang mit seiner Gründungself Nelles, Langen, Hungs, Moog, Szilinski, Weisweiler, Radant, Alexius, Faber, Weyer, Lipponer sofort der Aufstieg an die Tabellenspitze der Rheinbezirksliga.

Zur Saison 1949/50 schafften die Kölner dann bereits den Aufstieg in die Oberliga, dem Tabellenoberhaus der damaligen deutschen Fußballliga. Damit war die Erstklassigkeit geschafft. Der Verein belegte auch gleich einen guten fünften Platz in der Saisonendabrechnung.

In der Saison 1952/53 qualifizierte sich der 1. FC Köln erstmals für die Endrunde der deutschen Fußballmeisterschaft, in der die verschiedenen Oberligen untereinander den deutschen Meister ausspielten. Allerdings war man nur gegen Holstein Kiel siegreich, und so war der Traum vom ersten deutschen Meistertitel schnell zu Ende geträumt.

1953/54 stand aber bereits der nächste Erfolg vor der Tür. Nachdem man Borussia Dortmund die Meisterschaft der Oberliga West vor der Nase weggeschnappt hatte, zogen die Geißböcke auch noch ins DFB- Pokalfinale ein. Dort mussten sie sich allerdings dem VfB Stuttgart geschlagen geben.

Milivoje Novakovic: eine der Stützen des FC (Foto: Jörg Paschke)

Die goldenen Jahre des 1. FC Köln

Am 12. Mai 1962 gab es dann endlich den ersten richtig großen Triumph in der Meisterrunde: 15.000 mitgereiste FC-Fans feierten einen 4:0-Sieg über Nürnberg im Berliner Olympiastadion. Der FC war zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Deutscher Meister.
Nach kurzer Durststrecke konnte der 1. FC Köln im Jahre 1964 erster deutscher Bundesligameister werden. Im neuen Ligasystem, das im August 1963 in Kraft trat, war Köln mit 28 von 30 möglichen Siegen die überragende Mannschaft.
1967 war es dann endlich so weit: Der FC holte seinen ersten DFB-Pokaltitel. Leider erlebte der amtierende Präsident Franz Kremer diesen Triumph nicht mehr mit. Er starb nach längerer Krankheit im Alter von 62 Jahren während der Rundfunkübertragung des Pokalendspiels.
Ende der 60er Jahre konnte man gerade eben noch den Abstieg aus der 1. Bundesliga abwenden. Aber auch zu Beginn der 70er wollte es den Kölnern nicht gelingen, an die großen Erfolge der frühen 60er anzuknüpfen. Gegen den Dauerrivalen Borussia Mönchengladbach verlor der FC nicht nur wichtige nationale, sondern auch internationale Spiele, wie zum Beispiel das UEFA Cup-Viertelfinale der Saison 1974/75.
Erst gegen Ende der 70er Jahre erholten sich die Kölner wieder. Den größten Erfolg feierte der Verein im Jahr 1978: DFB-Pokal und Meisterschaft gingen nach Müngersdorf. 1983 folgte dann der nächste DFB-Pokal-Titel – ausgerechnet gegen den Stadtrivalen Fortuna Köln.

 

Das FC-Stadion in Köln-Müngersdorf

Zwischen den Ligen

In den nächsten Jahren folgte ein Abdriften ins Mittelmaß der Bundesliga. Achtungserfolge gelangen in der Saison 1983/84 und 1987/88, in denen jeweils der dritte Tabellenplatz erreicht wurde, gefolgt von zwei Vizemeistertiteln und der Halbfinalteilnahme im UEFA Cup. 85/86 beeindruckten die Geißböcke sogar mit der UEFA-Cup-Finalteilnahme. Erfolge, zu denen der damalige Trainer des FC, Christoph Daum, wesentlich beigetragen hat.

Die 90er Jahre begannen gleich mit einem Paukenschlag: Die Geißböcke trennten sich von Daum. Zwar gelang ihnen nach der Entlassung von Daum noch zwei Mal die Teilnahme am UEFA- Cup, aber Mitte der 90er spielte sich der FC immer tiefer in die Krise. In der Saison 1995/96 konnte der Abstieg nur knapp verhindert werden, nach einer katastrophalen Saison 1997/98 verabschiedeten sich die Geißböcke dann vorläufig aus der 1. Bundesliga. Eine harte Probe für die Fans, möchte man denken. Aber im Gegenteil: Der Abstieg ihres FCs löste eine regelrechte Sympathiewelle aus. Die Fans standen zu ihrem Verein. Die Zahl der Vereinsbeitritte und Fanclubgründungen schnellte in die Höhe. Der Boom stoppte auch nicht, als der FC unter der Leitung von Bernd Schuster nicht sofort den Wiederaufstieg schaffte.

Dem „Heilsbringer“ Ewald Lienen gelang dann im Jahr 2000 endlich der Aufstieg aus der 2. Liga. Seither muss sich der 1. FC Köln immer wieder neu um die Etablierung in der 1. Bundesliga bemühen. Zwei Jahre nach dem Aufstieg ging es wieder eine Etage tiefer. Unter Friedhelm Funkel gelang gleich in der folgenden Saison (2002/2003) der erneute Wiederaufstieg. Aber schon nach der Saison 2003/2004 war man wieder auf dem Boden der Tatsachen in der 2. Liga angekommen. Da nutzte es zu dieser Zeit auch nicht viel, mit Lukas Podolski das neue Fußballtalent der Nation im Kader zu haben.

Personelle Konsequenzen waren nun mehr denn je gefordert. Da die ständigen Trainerwechsel dem Club auch keine Heilung verschafften, musste als nächstes die Clubführung dran glauben. Der Präsident Albert Caspers verließ 2004 nach sieben Jahren seinen Vorsitz. Neuer Präsident des 1. FC Köln wurde der ehemalige Starspieler Wolfgang Overath. Seine Umstrukturierungen sollten Kontinuität und Erfolg bringen. Letzterer kam auch im Mai 2005: endlich der Wiederaufstieg! Diesmal auch dank Lukas Podolski, der in dieser Saison insgesamt 24 Tore für die Geißböcke schoss. Allerdings lässt die Kontinuität bis heute auf sich warten. Denn auch dieser Wiederaufstieg brachte nur ein einjähriges Gastspiel im Konzert der 18 besten Fußballclubs Deutschlands ein.

Arbeitete gleich zweimal beim FC: Trainer Christoph Daum (Foto: Jörg Paschke)
Arbeitete gleich zweimal beim FC: Trainer Christoph Daum (Foto: Jörg Paschke)

FC im Sommer 2008 endlich wieder erstklassig

Zum vierten Mal steigt der FC nach der Saison 2005/2006 ab. Es folgte ein Trainer-Wirrwarr. Der damalige Trainer Uwe Rapolder wurde schon vor dem Abstieg beurlaubt, Hanspeter Latour wurde danach entlassen, und der FC stand erstmal ohne Trainer da. Nun bemühte man sich wieder um „alte“ Erfolgsgaranten: Christoph Daum sollte den FC aus der Krise befördern. Nach einer großen Medienschlacht konnte Daum dann auch wirklich wieder ins Boot geholt werden. In seinem zweiten Jahr als Trainer schaffte er mit der Mannschaft den Wiederaufstieg und ließ somit den Traum der Fans und den einer ganzen Stadt endlich wahr werden.

Nach einem durchaus erfolgreichen ersten Jahr im Fußballoberhaus, das der Aufsteiger auf dem 12. Tabellenplatz beendete, verließ Daum den FC allerdings wieder in Richtung Istanbul. Doch mit Lukas Podolski konnte der FC zur neuen Spielzeit 2009/2010 seinen verlorenen Sohn wieder an die alte Wirkungsstätte zurückholen. Nach drei eher durchwachsenen Jahren beim FC Bayern ruhen nun die Hoffnungen der Kölner Fans vor allem auf seinen Schultern. Zur selben Saison verpflichtete der FC auch den neuen Trainer Zvonimir Soldo, einen ehemaligen Bundesligaprofi.

Aktuell starten Soldo, Podolski und Co in ihre zweite Saison für den FC. Nach einem sehr schlechten Saisonstart steht nun allerdings besonders der Trainer in der Kritik. Und auch Führungsspieler wie Podolski oder Milivoje Novakovic äußern öffentlich ihre Unzufriedenheit mit der sportlichen Lage.

Trotzdem hat das Auf und Ab der letzten Jahre der Sympathie zum 1. FC Köln keinen Abbruch getan. Er hat weder an Attraktivität noch an Anziehungskraft verloren. Für die Kölner ist der FC auch weiterhin ein Publikumsmagnet: Fast 52.000 Vereinsmitglieder zählt der somit größte Kölner Sportverein mittlerweile. Im Schnitt besuchen fast 50.000 Zuschauer regelmäßig die Heimspiele – Zahlen die eine deutliche Sprache sprechen.
Eine ganze Stadt steht hinter ihren Geißböcken. Die Wirtschaftslage des FC ist besser als die zahlreicher anderer Erstligisten. Die Fans singen auch weiterhin aus vollem Hals „Mer stonn zo Dir, FC Kölle!“.

Daniela Steins

Daten und Fakten zum 1. FC Köln

Der FC beim öffentlichen Training

Kontaktdaten:

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50879 Köln

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Telefax: 0221/ 7 16 16-399
info@fc-koeln.de

Offizielle Vereinswebsite des 1. FC Köln

Gründung: 13. Februar 1948
Mitglieder: über 51.000
Maskottchen: Geißbock Hennes VIII.
Vereinsfarben: Rot-Weiß

Stadion:

RheinEnergieStadion (ehemals Müngersdorfer Stadion, Umbau 2004)
Aachener Str. 999
50933 Köln
Fassungsvermögen: 50.374 Zuschauer

Trainingszentrum:

RheinEnergieSportpark
Franz-Kremer-Allee 1-3
50937 Köln

FC-Museum am RheinEnergie Stadion

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag
10 bis 18 Uhr
Bei Heimspielen:
Sa. 10 - 18 Uhr
So. 10 - 20 Uhr
Eintrittspreise:
Normalpreis 2 €
Ermäßigt 1 €
Kinder bis 6 Jahre: Eintritt frei
 
Kontakt:
0221 / 7 16 16-433
museum@fc-koeln.de


Größte Erfolge:

Deutscher Meister: 1962, 1964, 1978
Pokalsieger: 1968, 1977, 1978, 1983
Besonderheiten:
Erster deutscher Meister der neu gegründeten Bundesliga in der Saison 1963/64

Präsident: Wolfgang Overath

Derzeitiger Trainer: Zvonimir Soldo

Geißbock Hennes

Etwas ganz Besonderes ist das Maskottchen des 1. FC Köln. Es ist kein gewöhnliches Maskottchen, wie es jeder Sportverein heutzutage hat. Es ist kein Plüschfigurenkostüm, in das sich freiwillige Mitarbeiter bei jedem Spiel hineinzwängen müssen. Hennes macht seine Sache selbst. Er ist nämlich ein echtes Tier. Ein Ziegenbock, um genau zu sein, der seiner Mannschaft stets am Spielfeldrand zur Seite steht.
Der 1. FC Köln war der erste Verein in der Geschichte, der sich ein lebendiges Tier als Maskottchen hielt. Diese Idee entstand, wie es in einer berühmten Karnevalsstadt nun mal so ist, natürlich in der 5. Jahreszeit: Bei einer Karnevalssitzung in den 50er Jahren schenkte die Zirkusdirektorin Carola Williams dem Verein einen Ziegenbock als Glücksbringer. Ein Name für das Tier war schnell gefunden. Gleich bei der Geschenkübergabe passierte dem kleinen Geißbock in den Armen des damaligen Trainers Hennes Weisweiler ein feuchtes Malheur. So wurde er kurzum nach dem „Leidtragenden“ benannt.
Hennes I. hat bereits sieben Nachfolger. Der aktuelle Geißbock ist Hennes der VIII., der seit 2008 als Maskottchen am Spielfeldrand steht.
Weitere Infos zum Maskottchen des 1. FC Köln

 

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