Schlag kein Kind

Anzeige

„Schlage kein Kind“ (Whip no Child) ist eine Kölner Initiative nigerianischer Künstler

Erfolgreiches interkulturelles Projekt in Lagos / Nigeria

Sie sind weltweit erfolgreich, leben in Köln und sind gebürtige Nigerianer: Der Maler Chidi Kwubiri und der Musiker Ade Bantu. Gemeinsam mit drei weiteren nigerianischen Künstlern haben sie das interkulturelle Projekt „Whip no child“ (Schlage kein Kind) auf die Beine gestellt. Denn Gewalt gegen Kinder ist in Nigeria und vielen anderen Staaten dieser Welt allgegenwärtig.

Auch der Maler Kwubiri mußte als Kind leidvolle Erfahrungen mit Gewalt machen. Mit dieser eigenen, authentischen Erfahrung und der Blickweise eines international erfahrenen Künstlers will er nun das Leid geprügelter Kinder in die öffentliche Diskussion ihrer Heimat bringen.

In Lagos, der Hauptstadt Nigerias, veranstaltete Kwubiri mit der Künstlergruppe an fünf Schulen Workshops zum Thema Körperzüchtigung. So malten Schulkinder zwischen 8 und 13 Jahren dort ihre eigenen Erfahrungen mit der Prügelstrafe. Und sie zeigten ihre Narben und diskutierten mit den Künstlern über die Folgen von körperlicher Gewaltanwendung.

Lehrergewalt gegen Kinder gehört zum Schulalltag in Nigeria

Mit in das Projekt wurden die Lehrer vor Ort einbezogen. Hier mussten die Künstler in langen Diskussionen erst einmal grundlegende Überzeugungsarbeit leisten. Obwohl körperliche Züchtigung von Schülern auch in Nigeria nicht erlaubt ist, tragen alle Lehrerinnen und Lehrer immer einen Stock bei sich. „Mobiltelefon und Stock“ so Chidi Kwubiri, „hat jeder Lehrer immer in der Hand“. Besonders anstrengend war es für Kwubiri, mit dem Vorurteil nigerianischer Lehrer aufzuräumen, Kinder zu prügeln gehöre in Afrika zur „kulturellen Eigenart“.

Nach Abschluss der Workshops fand eine internationale Präsentation im Lagos Civic Center statt. Dort wurden ausgewählte Bilder der Schüler ausgestellt, aber auch Kunstwerke der Künstler. So entstand ein internationales multi-mediales Ereignis aus Bildern, Fotos, Videos und Musik mit großer Resonanz in Nigeria und seitens lokaler und internationaler Medien.

Der nigerianische Künstler Chidi Kwubiri lebt in Köln und initierte "Whip no child" in Schulen in Lagos/Nigeria

Organisiert wurde die gesamte Initiative ehrenamtlich in Köln von der Kunstmanagerin Elissavet Hasse. Sie kümmert sich auch um Unterstützung für das Projekt. Mit dabei waren u.a. die „Gesellschaft für technische Zusammenarbeit“ (GTZ), das Goethe-Institut in Lagos oder das Kulturamt der Stadt Köln. Mit der gut besuchten Ausstellung und der internationalen Medienaufmerksamkeit ist Hasse sehr zufrieden.

Jetzt soll das Projekt mit Workshops und anschließender Ausstellung in Köln fortgesetzt werden. Denn „Gewalt ist auch in deutschen Schulen ein großes Thema“, so Elissavet Hasse, „auch wenn diese dort andere Ursprünge und andere Auswirkungen hat.“

Die Managerin Elissavet Hasse und der Künstler Chidi Kwubiri leben und arbeiten beide in Köln

Das Projekt
Das Projekt „Whip no child“ wurde im ersten Quartal 2010 in Lagos / Nigeria realisiert. Es soll im Laufe des Jahres in Deutschland fortgesetzt werden.

Die Initiatoren
Chidi Kwubiri, Jahrgang 1966, Maler, studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und wohnt seit 1993 in Köln. Er ist verheiratet und hat 2 Kinder.

Ade Bantu, Jahrgang 1971, Rapp-Musiker, lebt in Köln und in Lagos/Nigeria. Er hat eine deutsche Mutter und einen nigerianischen Vater und ist Gründer der Musikband „Brotherskeepers“.

Die Managerin
Elissavet Hasse, Jahrgang 1967, ist gebürtige Griechin und kam mit 19 Jahren nach Deutschland. Die gelernte Werbekauffrau ist selber Künstlerin (Malerin/Videokunst) und hat 2 Töchter. Sie engagiert sich hauptsächlich im interkulturellen Kunstmanagement.
Projektbeispiele: Bolero auf Zeit (Tanztheaterprojekt in JVA Köln), TransTempo (Tanztheaterprojekt im Innenraum der Deutzer Brücke), Subkulinaria (Kunstausstellung zum Thema Ernährung)

Die Unterstützer
Das Projekt „Whip no child“ wurde von folgenden Organisationen unterstützt: GTZ, Ifa, Goethe Institut Lagos, Dako e.V., Cora Ltd., Kulturamt Köln und Rotary Club Pulheim.

 

Kommentare

Lisa Hölscher, 11.05.2010 12:02:
Sehr geehrte Frau Stüsgen,
ich wollt so viel Einsatz und Chancen für Jugendliche wie sie es in Köln zeigen würde es hier in Arnsberg-Hochsauerland auch geben!!! finde ich ganz toll, zumal ich auch eine Tochter hane die es auch verdient hätte ihr aber keiner eine chance gibt!!
Sie hat zwar keinen guten Schulabschluß ( leider bedingt durch den plötzlichen Tod meines Vaters, an dem sie sehr gehangen hat! ist einen Tag vor der Abschlußprüfung plötzlich verstorben)...Sie hat sehr gute Umgangsformen, setzt sich ein für die Firma in der sie arbeitet, ist pünktlich und zuverlässig! Hat ein Arbeitszeugniss von meinem Chef!
Würde mich sehr freuen wenn Sie mir irgend welche Tipps geben könnten was ich noch tun kann!
vielen Dank
L. Hölscher
Jutta Stüsgen, 11.05.2010 12:02:
Liebe Frau Hölscher,

melden Sie sich doch bitte mal unter beratung@stuesgen.de bei mir.

Kommentar schreiben