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Barock vor den Toren von Köln: Das Schlösschen Türnich (Foto: Hayit / Koeln-Magazin)

Auf Dornröschens Spuren

Schloss Türnich
50169 Kerpen
Tel. 02237/974670
Fax 02237/61228 (Gräflich Hoensbroechsche Verwaltung)
www.schloss-tuernich.de
www.obstpark.de

Urtümlich: Schloss und Schlosspark Türnich bei Kerpen

Direkt vor den Toren Kölns wartet eine kleine verwunschene Welt auf Entdeckung. Das Barockschloss Türnich mit Schlosskapelle und Park bietet viel Raum zum Schauen und Staunen, Flanieren und Verweilen.

Vieles an diesem Ausflugsziel mutet einzigartig an: Mit weit geöffnetem Tor, von zwei Löwen auf den Torpfosten bewacht, empfängt der Schlosspark Türnich seine Besucher.

Verwunschene Welt: Ein schiefes Torhäuschen und der Schlosspark sorgen für märchenhafte Atmosphäre (Foto: Hayit / Koeln-Magazin)

Das Torhäuschen zur Rechten neigt sich ein wenig altersschwach zur Seite und spiegelt sich im Gewässer des doppelten Wassergrabensystems, das das Schlossensemble umgibt. Bald wird der Blick über den Wassergraben hinweg frei auf das imposante Herrenhaus des Schlosses. Bereits aus der Entfernung sieht man, dass der Zahn der Zeit hartnäckig an den Gebäuden nagt – aber ein modernisierter Prachtbau ließe das romantische Ambiente des urtümlichen, naturbelassenen Parks vermutlich rasch verfliegen. Über Brücke und durchs Hoftor gelangt man in den Schlosshof. Die sich an das Hauptgebäude anschließenden Wirtschaftsräume werden unter anderem von einer Obstbaugemeinschaft genutzt, deren Demeter-Produkte man hier erwerben oder bei Kaffee und Kuchen näher in Augenschein nehmen kann.

Blick auf das imposante Herrenhaus der Schlossanlage (Foto: Hayit / Koeln-Magazin)

Gang durch die Geschichte

Schloss Türnich war seit dem Mittelalter Sitz der Unterherrschaft im Herzogtum Jülich-Berg. Aufgrund zahlreicher Machtkämpfe wechselte das Schloss bis ins 16. Jahrhundert häufig den Besitzer. Das heutige Herrenhaus wurde 1757–1766 im Stil des Spätbarock von Freiherr Carl Ludwig von Rolshausen errichtet, der sich kurz zuvor als alleiniger Eigentümer durchgesetzt hatte. 1850 wurde das Schloss an die Familie von und zu Hoensbroech verkauft, in deren Besitz Schloss Türnich noch heute ist. 1893 ließ Marquis Karl Eugen von Hoensbroech durch den Kölner Regierungsbaumeister Krings eine stattliche Schlosskappelle anstelle der mittelalterlichen Michaelskapelle, die am Torhaus gestanden hatte, errichten. Im Gegensatz zum Herrschaftsgebäude, das barocke Züge trägt, verschmolzen beim Kirchenbau mehrere Baustile: Romanik (Apsis), Neugotik (Kapellenschiff) und Renaissance (äußere Formgebung). Ein Blick ins Innere der reich ausgestatteten und vor einiger Zeit restaurierten Kapelle lohnt sich. Das Herrenhaus und die Wirtschaftsräume sind für Besucher nicht zugänglich. Eine besondere Attraktion sind die jahreszeitlichen Schlossfeste wie z.B. das Sommerfest oder das Erntedankfest mit Verkaufsständen, Schlosspark-Eisenbahn, Kräuterführungen und speziellen Angeboten für Kinder.

Jahreszeitabhängige Schlossfeste finden hier regelmäßig statt (Foto: Hayit / Koeln-Magazin)

Flanieren im Schlosspark

Ein historischer Barockgarten und ein Landschaftsgarten umgeben das Schlossensemble. Der für Besucher geöffnete Teil des Schlossparks diesseits der Wassergräben lädt zum Verweilen und Naturbeobachten ein. Imposant ist vor allem die Lindenallee, bestehend aus 110 Winter-und einer Sommerlinde. Der Park wird nach ökologischen Gesichtspunkten gepflegt. Der reiche Baumbestand wird immer wieder durch kleine Wiesen mit Wildkrautbeständen aufgelockert und von vielen schmalen Pfaden durchzogen. Das reiche Unterholz bietet vielen Tieren einen idealen Lebensraum. Leider stellt der nahe gelegene Braunkohlentagebau Frechen durch die damit einhergehende Grundwasserabsenkung den Park und auch die Bausubstanz von Schloss Türnich vor große Probleme. Diese allerdings nimmt der Besucher nicht wahr und kann sich vor alleman der Natürlichkeit des Parks und dem Charme der alten Gemäuer erfreuen.

Der umfangreiche Baumbestand der Anlage wird regelmäßig ergänzt und aufgelockert (Foto: Hayit / Koeln-Magazin)

Infos

Anfahrt:
A 4 bis Kreuz Kerpen, auf die A 61 Richtung Koblenz bis zur Abfahrt Kerpen-Türnich. Richtung Köln (Türnich) halten, an der ersten Kreuzung rechts nach Türnich abbiegen (Heerstraße). Die zweite Möglichkeit nach rechts einbiegen (Hinweisschild Schloss Türnich, Nussbaumallee). Der Eingang zum Schlosspark befindet sich dann linker Hand, Parkmöglichkeiten entlang der Straße.

Öffnungszeiten / Eintritt:
Hofcafé: Sa und So 12–18 Uhr (in der kalten Jahreszeit ab 1. November 12-17 Uhr)
Eintritt Schlosspark und Kapelle frei.

Schloss und Schlossgarten sind ein Paradies für (Hobby)fotographen (Foto: Hayit / Koeln-Magazin)

Sonstiges:
Fotografen finden hier zahlreiche Motive. Naturfreunde können sich an der reichen Tier- und Pflanzenwelt des Parks erfreuen.

Tipp:
Viel geboten wird in dem ansonsten eher ruhigen Schloss zu den jahreszeitlichen Festen, die der Obstpark Schloss Türnich ausrichtet (Infos im Internet).

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