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Wie die kölschen Jecken Weiberfastnacht feiern

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Jeden Donnerstag vor Rosenmontag feiert ganz Köln den Beginn der närrischen Tage auf dem Alter Markt. Um 11.11 Uhr gibt es kein Halten mehr, es wird gebützt, gelacht, gesungen und geschunkelt. Wieverfastelovend, wie der Kölner dieses Ereignis nennt, hat eine lange Tradition in der Karnevalsmetropole.

Wie alles, was irgendwie mit Karneval zu tun hat, hat auch das Buch zur Weiberfastnacht die Zahl 11 als Orientierungsmarke. „Eine kölsche Frauengeschichte in elf Kapiteln“ schreibt Autorin Petra Pluwatsch in der Einleitung ihres Buchs. Pluwatsch zeichnet in elf Schritten die Geschichte der Weiberfastnacht nach und nimmt alle Facetten dieses Frauenfests unter die Lupe. So erfährt der Leser zum Beispiel wie sich die gemeine kölsche Närrin kostümiert oder was sie an diesem Tag isst. Auch die nützlichen Verhaltenstipps am Ende des Buches sollten sich Feierwillige nicht entgehen lassen.

Das Hauptaugenmerk des Buches gilt aber der historischen Entwicklung der Weiberfastnacht. Die Autorin erzählt von Feierlichkeiten der Marktfrauen im Mittelalter, die sich mit Butterkohl und Straßendreck bewarfen. Der Leser wird über die Tradition des „Mötzebestot“, einem Brauch aus dem 19. Jahrhundert, informiert. Über Weiberfastnacht in der Nazizeit bis hin zur Klärung der Frage, warum an diesem Tag nicht gearbeitet wird, greift Pluwatsch spezielle Themen aus der Geschichte des Karnevalstages informativ auf.

Dabei findet die Autorin den Einstieg ins Thema über Märchen und Mythen aus der Römerzeit, wie die Feierlichkeiten zu Ehren des Obst- und Weingottes Saturn und später die Festbräuche der mittelalterlichen Fastnacht. Auch ein kurzer geschichtlicher Abriss zum Kölner Karneval im Allgemeinen findet sich auf den ersten Seiten.

In jedem der elf Kapitel werden außerdem starke Kölnerinnen in kurzen Portraits vorgestellt. Den Anfang macht Iulia Aggripina, die Mutter Neros. Auch die unvergessliche Trude Herr ist vertreten, ebenso wie Biggi Wanninger, die Präsidentin der Kölner Stunksitzung. Die Geschichte von Ursula und den 11.000 Jungfrauen findet ebenfalls Erwähnung.

Elf Fragen zum Thema Weiberfastnacht und Karneval stellt die Autorin verschiedenen Prominenten oder wichtigen Kölner Persönlichkeiten. Der Leser erfährt beispielsweise, warum Bürgermeisterin Angela Spizig an einem Tag wie Wieverfastelovend stolz auf Köln ist. BAP-Sänger Wolfgang Niedecken berichtet, wie er von Kindheit an diesen Tag erlebt und warum er mit BAP nicht im Karneval auftritt. Auch Alice Schwarzer, die Pionierin der zweiten deutschen Frauenbewegung, kommt zu Wort und erklärt, warum ihrer Meinung nach Köln seine Seele, den Karneval, verkauft hat.

„Weiberfastnacht“ ist ein Buch für alle, die sich jährlich auf das närrische Treiben freuen, die Spaß am Feiern haben und die etwas über die Hintergründe des Festes erfahren wollen.

Petra Pluwatsch
Weiberfastnacht
Die Geschichte eines ganz besonderen Tages
KiWi Köln
160 Seiten
ISBN: 978-3-462-03805-7
EUR 14,90

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