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Initiative für frischen Wind in der IHK Köln

Zur Wahl der IHK-Vollversammlung Köln 2020 fordert die neu gegründete Initiative „NewKammer“: Mehr Transparenz. Weniger Beiträge. Voll digital.

NewKammer 2019 Köln

Menschen, die innerhalb der IHK Köln viel bewegen möchten: Mitglieder der Wahl-Initiative NewKammer (Foto: Koeln-Magazin.info)

Frischen Schwung für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln wünscht sich die neu gegründete Wahl-Initiative „NewKammer“. 57 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Köln, dem Rheinisch-Bergischen-, Oberbergischen und Erft-Kreis haben sich vor den Wahlen zur Vollversammlung der Kölner IHK zusammengeschlossen. Und wollen ab 2020 verkrustete Strukturen bei der IHK auflösen.

92 Sitze hat die Vollversammlung. Die Kandidaten von NewKammer wollen 57 Sitze davon ergattern. Und so mit einer Mehrheit Reformen in der IHK durchsetzen.

Zu einer „starken Stimme der Wirtschaft“ möchte die Nicole Grünewald, Inhaberin einer Werbeagentur, die IHK positionieren. „Wir verstehen uns nicht als IHK-Gegner. Ganz im Gegenteil: Wir finden die Einrichtung der IHK sehr sinnvoll. Aber wir möchten, dass die Mitglieder*Innen mehr eingebunden werden, damit sie an der Arbeit der IHK mehr teilhaben können. Uns geht es um Verbesserungen innerhalb der IHK“, so Grünewald.

Dringende Digitalisierungs-Reformen innerhalb der IHK gehen dem Kölner Software-Unternehmer Mike Gahn viel zu langsam. Gahn, Geschäftsführer von beyondSoft: „Ich möchte, dass die Digitalisierung kräftig angepackt wird. Beispiele dafür gibt es viele. So ist mir vollkommen unverständlich, warum die IHK-Wahlen immer noch auf dem Postweg und nicht digital stattfinden.“ Er ist selbst in einem Gremium der IHK tätig und findet es besonders für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) frustrierend, wie wenig Anregung die IHK aus dem Kreise der Mitglieds-Unternehmen aufnimmt und umsetzt. „Noch nicht einmal E-Mail-Adressen“, so Gahn, „werden zum Austausch der Mitglieder untereinander von der IHK weitergegeben.“

v.l.: Nicole Grünewald, Diana Schramm, Elmar Schumacher und Mike Gahn

Arbeiten auf Augenhöhe innerhalb der IHK ist auch Rouven Meister wichtig. Er ist Geschäftsführer der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mit ca. 10.000 Wohnungen in Köln (Durchschnittsmiete: 7 Euro/qm). „Ich wünsche mir mehr gesellschaftliche Teilhabe der IHK Köln. Wenn Köln als Wirtschaftsstandort attraktiv bleiben soll, dann muss es auch mehr bezahlbaren Wohnraum geben. Die IHK könnte von der Stadt Köln mehr Transparenz bei der Ausschreibung von Baugrundstücken für geförderte Wohnungen einfordern. Und selbst Konzepte dazu entwickeln.“

Kolja Kolander ist Architekt und Prokurist der Lidl Dienstleistungs GmbH. Er sieht die IHK in einem „Dornröschenschlaf“ und kann nicht nachvollziehen, dass die IHK so wenig Initiativen beim Ausbau des Wirtschaftsstandortes Köln zeigt: „Man kann doch die Wirtschaftsentwicklung nicht bei der Stadt Köln alleine belassen. Dort wird auf Sachbearbeiter-Ebene entschieden, weil für alle anderen alles zu kompliziert erscheint.“

Das verstaubte Image der IHK möchte der Rechtsanwalt Elmar Schumacher abschütteln. „Dazu brauchen wir eine schnelle Digitalisierung. Sie bietet den Mitgliedsunternehmen eine demokratische Teilhabe. Und hilft so, das Desinteresse vieler Unternehmen an der IHK zu beheben.“

Die Wahlbeteiligung an den Wahlen zur IHK-Vollversammlung war in den letzten Jahren mehr als dürftig. Sie betrug nach IHK-eigenen Angaben ca. 8%.

Mehr „Transparenz“ haben sich die NewKammer-Kandidaten auf die Fahne geschrieben. Dabei gehe es nicht nur, so Grünewald, um eine verbesserte Transparenz innerhalb der IHK. Auch eine Transparenz nach außen sei wichtig. Damit die Mitgliedsunternehmen überhaupt erst einmal wahrnehmen könnten, was die IHK leisten könne.

Durch einen raschen Ausbau der Digitalisierung könnten auch Kosten gesenkt werden. Dies helfe, den IHK-Beitrag für Unternehmen zu senken. „Weniger Beiträge“ verspricht die Initative NewKammer, wenn sie ihr Wahlziel erreichen sollte.

Auch wenn es keiner offen ausspricht: Es rumort ganz schön innerhalb der Mitgliedsunternehmen der IHK. Kaum Transparenz, verkrustete Strukturen, selbstgefälliges Gehabe, mangelnde Initiative, keine Augenhöhe sind Stichworte, die im Moment nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen werden. Die Wahl-Initiative „NewKammer“ ist der erste Zusammenschluss vor einer Wahl in der 222-jährigen IHK-Geschichte.

Kandidaten der NewKammer

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