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20.11.18

Köln im Kaiserreich - Neues Buch bei Greven

Wie sich Köln auf den Weg in die Moderne machte. Von 1871 bis 1918.

Buchpräsentation Köln im Kaiserreich bei Greven

Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Historischen Gesellschaft, Damian van Melis, Verlagsleiter Greven, Thomas Mergel, Autor und Werner Eck, Herausgeber, bei der Buchpräsentation im Greven Verlag (Foto: Ertay Hayit)

 

Köln ist bundesweit für seinen Lokalpatriotismus bekannt. Die Liebe der Kölner zu ihrer Stadt spiegelt sich in zahllosen Karnevalshits und Hymnen. Außenstehende fragen sich oft: Woher kommt diese scheinbar grenzenlose Begeisterung, die objektiv nicht immer nachvollziehbar ist?

Eine Antwort darauf liefert jetzt Band 10 der großen Kölner Stadtgeschichte, „Köln im Kaiserreich“: In Köln wurde Tradition zum Vehikel der Integration. Der Historiker Thomas Mergel schildert in dem Buch, wie sich die Stadt von 1871 bis 1918 rapide veränderte.

Aus einer immer noch recht beschaulichen Handelsstadt innerhalb der mittelalterlichen Befestigung wurde eine Industriemetropole mit Abwassersystem, Gasbeleuchtung, Straßenbahn, Kinos, Sportvereinen und vor allem Hunderttausenden Zuwanderern. Die Einwohnerzahl verfünffachte sich.

Zur Jahrhundertwende beklagten zahlreiche Stimmen, die Großstadt sei ein Ort der Entwurzelung und Anonymität.

Für Köln zeigt Mergel, dass dem keineswegs so sein musste. Denn diese Stadt verband Urbanität mit Heimatliebe, Zuwanderung mit Zugehörigkeit, Fremdheit mit Nähe.

So waren die Kölner Veedel zwar ebenso wie die Bezirke anderer Städte von einer hohen Fluktuation geprägt, doch behielten sie relativ lange ihren dörflichen Charakter und ihre speziellen, unverwechselbaren Eigenarten. Völlig neue, auf dem Reißbrett entworfene Stadtteile wie im Ruhrgebiet oder in Berlin gab es hier nur wenige.

Institutionen von der katholischen Kirche über Karnevalsvereine bis hin zu typischen kölschen Kneipen vermittelten „auch in der Großstadt das Gefühl des Dazugehörens“, wie Mergel es ausdrückt. Im Zuge der Modernisierung ist die kölsche Besonderheit immer stärker betont worden. Der Dom wurde zu dieser Zeit zum Kernstück des städtischen Selbstverständnisses, aber auch die romanischen Kirchen und die nun entdeckten Relikte der römischen Colonia wirkten identitätsstiftend.

Das gleiche galt für die kölsche Mundart, die nun gefördert und auch von den Eliten zunehmend gepflegt wurde. „Zugegeben“, urteilt Mergel, „vieles an diesem Selbstbild der Besonderheit war Stilisierung. Aber es wirkte.“

Köln im Kaiserreich“ ist ein anschaulich erzähltes Buch, das sowohl einen klaren Gesamtüberblick gibt als auch von zahlreichen, deutlich geschilderten Einzelschicksalen lebt.

Dieses Zeitpanorama wird durch die zahlreichen Fotografien und Illustrationen noch besser erlebbar: Rund die Hälfte davon sind in diesem Band zum ersten Mal abgedruckt worden.

 
Der Autor
Professor Dr. Thomas Mergel (geb. 1960) hält den Lehrstuhl für Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er studierte Geschichte, Soziologie und Pädagogik in Regensburg und Bielefeld. 

Das Buch
Opens external link in new windowThomas Mergel
Geschichte der Stadt Köln, Band 10
Köln im Kaiserreich 1871–1918
568 Seiten mit 170 meist farbigen Abbildungen
Leinen mit Schutzumschlag

Herausgegeben von Werner Eck im Auftrage der Historischen Gesellschaft Köln e. V.
60 Euro, ISBN 978-3-7743-0454-3
Greven Verlag, Köln

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