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Mit dem Cityroller durch Köln: 5 Tipps, die man beachten sollte

Der gute alte Tretroller mausert sich zum Kultobjekt

Tretroller: Vom Kinderspielzeug zum Kultobjekt

Auf Asphalt oder offroad: Die kleinen Flitzer sind leicht, wendig und ziemlich günstig. (Foto: Dominika Roseclay/pexels)

Leicht sind sie, wendig, umweltschonend und inzwischen regelrecht kultig: Als urbanes Transportmittel erfreuen sich Cityroller wachsender Beliebtheit. Dazu hat sicherlich auch der Hype um die E-Roller oder E-Scooter beigetragen. Aber wohlgemerkt: Hier geht es nicht um die elektroangetriebenen Gefährte, die man über eine App gegen Gebühr bucht, die zwischendurch an die Steckdose müssen und gerne mal irgendwo herrenlos herumstehen. Sondern um die minimalistische Variante des Fahrrads: den Tretroller, wie ihn ältere Semester noch aus ihren Kindertagen kennen.

Mit Kinderspielzeug haben die modernen Minimalgefährte allerdings nicht mehr viel zu tun. Hochwertige Metalllegierungen sorgen für beste Stabilität bei geringem Gewicht – besonders wichtig, wenn Erwachsene mit ihnen durch die Stadt cruisen. Rahmen, Lenker, Räder und Felgen variieren je nach Einsatzzweck und Untergrund: bei der täglichen Fahrt zur Arbeit, beim gelegentlichen Trip zum Kiosk oder Supermarkt oder bei der sportlichen Tour entlang des Rheinufers oder durch die Wahner Heide. (Übrigens: Wer besonders schöne Strecken zum entspannten Rollern in Köln sucht, kann sich gut an den Tipps für Jogger orientieren.) 

Asphalt oder offroad? Hartgummireifen oder aufblasbar? Gefedert? Hand- oder Fußbremsen? Besonders stabil und lastentauglich oder besonders leicht und zusammenklappbar? Wer sich mit dem Gedanken trägt, für vergleichsweise geringes Geld einen dieser modernen Cityroller zu kaufen, kann aus einer überraschend breiten Auswahl von Modellen wählen. Und wird, womöglich mit ein wenig fachkundiger Beratung, sicherlich genau das Passende finden.

Bevor es allerdings ins Verkehrsgetümmel oder raus in die Natur geht, sollten auch Rollerfreunde wissen, was erlaubt ist und was empfehlenswert. Wenn die folgenden fünf Tipps beherzigt werden, steht dem ungetrübten Rollervergnügen nichts im Wege.

1. Rollerfahrer = Fußgänger

Der Tretroller, allein mit Muskelkraft angetrieben, ist in der Straßenverkehrsordnung unter §24 als „Besonderes Fortbewegungsmittel“ definiert. Damit ist er kein Fahrzeug im Sinne der Straßenverkehrsordnung. Für Tretroller gelten dieselben Regeln wie für Fußgänger. Sie benötigen keine Zulassung, keine Beleuchtung und noch nicht einmal eine Klingel – und Fahrerin oder Fahrer brauchen keinen Führerschein.

2. Keine Helmpflicht, aber ...

Da Tretrollerfahrer mit Fußgängern gleichgesetzt sind, müssen sie auch keinen Helm tragen. Das mag im ersten Moment gut klingen, aber ein Helm dient nun mal dem persönlichen Schutz. Im Zweikampf mit motorisierten Verkehrsteilnehmern ziehen Fußgänger und Rollerfahrer meist den Kürzeren. Wer regelmäßig zum Beispiel mit dem Roller zur Arbeit fährt, sollte einen leichten Kopfschutz in Betracht ziehen. Aus eigenem Interesse.

3. Gehwege ja – Radwege nein

Wie Fußgänger dürfen Rollerfahrer auf Bürgersteigen und Fußwegen fahren – und auch in Fußgängerzonen. Genauer gesagt müssen Rollerfahrer den Bürgersteig oder Seitenstreifen nutzen, wenn vorhanden. Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt wie für Fußgänger auch: Links ist richtig, rechts ist eine Ordnungswidrigkeit.

Ansonsten gilt: Roller haben weder auf der Straße noch auf dem Fahrradweg etwas zu suchen. Das mag zwar mitunter nicht die beste Lösung sein, da man mit dem Roller ganz ordentliche Geschwindigkeiten erreichen kann. Aber so sieht es die Straßenverkehrsordnung nun mal vor.

(Verstöße schlagen in der Regel mit 5 € zu Buche, bei Unfallverursachung mit 10 € – vom Ärger und von eventuellen zivilrechtlichen Konsequenzen einmal abgesehen. Punkte in Flensburg sind dann gefährdet, wenn ein Rollerfahrer wiederholt mit Verstößen aktenkundig wird.)

4. Rücksicht ist Trumpf

Die Vorschrift „Fußgänger und Rollerfahrer teilen sich den Bürgersteig“ birgt Konfliktpotenzial. Denn die wenigsten Fußgänger wissen, dass Rollerfahrer vor dem Gesetz auch Fußgänger sind. Das Konfliktpotenzial verschärft sich, wenn sich Rollerfahrer mit hoher Geschwindigkeit durch die Leute schlängeln. Wie in allen Bereichen des Straßenverkehrs gilt auch hier: Rücksicht ist Trumpf.

Rollerfahrer sollten zudem bedenken, dass sie – im Gegensatz zu motorisierten Fahrzeugen und sogar Skateboards – praktisch lautlos daherkommen. Wer von hinten messerscharf an einem Fußgänger vorbeiflitzt, muss damit rechnen, dass sich dieser Mensch erschreckt. Und das hat niemand gerne. Mit gesundem Menschenverstand lässt sich das Konfliktpotenzial stark reduzieren.

5. Gesichert ist sicherer

Nur mal eben in den Kiosk springen und ein Eis holen? Das hat schon mancher Fahrradfahrer bereut – und mancher Rollerbesitzer auch. Sehr empfehlenswert deshalb, gleich beim Kauf ein geeignetes Schloss auszusuchen. Über Nacht und für längere Zeit dagegen lässt sich für einen Roller dank kompakter Abmessungen und geringem Gewicht besser ein sicheres Plätzchen finden als zum Beispiel für ein Fahrrad. Auch in beengten Wohnverhältnissen.


Und was gilt für E-Scooter?

Was ist, wenn der Roller ein E-Roller ist? Dann sieht die Sache ganz anders aus. Weil er dann wohl schneller als 6 km/h ist und damit ein Fahrzeug im Sinne der Straßenverkehrsordnung. Welche Bestimmungen dann gelten, ist seit dem 15. Juni 2019 in der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung geregelt. Was das konkret bedeutet, ob für ein eigenes oder mal kurz gemietetes Gefährt, hat die Stadt Köln auf dieser Seite zusammengefasst.

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