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Rauchverbot sorgt für dicke Luft in Kölner Kneipen

Verschärftes Nichtraucherschutzgesetz seit einer Woche in Kraft

Wirt Michael Köster in seiner rauchfreien Südstadt-Kneipe (Foto: Roman Schröder/Koeln-Magazin.info)

Das Rauchverbot sorgt in Kölner Kneipen weiterhin für Anspannung. Zahlreiche Wirte und Gäste sind über das strikte Nichtraucherschutzgesetz verärgert und fühlen sich von der Landesregierung hintergangen. Der Frust über die „Bevormundung“ hatte sich bereits am 1. Mai in der Südstadt-Kneipe „Terrarium“ entladen. Nachdem sich ein Gast über die qualmenden Raucher in der Kneipe aufgeregt hatte, wurde er des Lokals verwiesen. Der Express hatte dem Vorfall die Titelseite gewidmet.

„Terrarium“-Chef Michael Köster stellt klar: „Die Situation ist eindeutig eskaliert. Beim Spiel des FC Bayern gegen Barcelona wollten wir uns einen Spaß erlauben und haben Aschenbecher an die Gäste verteilt. Nachdem sich ein Gast über den Qualm aufgeregt hatte und bereits Beweisfotos von den rauchenden Gästen schoss, haben wir den Mann aufgefordert, das Lokal zu verlassen“, so Köster. Die Drohung, den Vorfall der Express und dem Ordnungsamt zu melden, hatte der Nichtraucher wahr gemacht und so landete der Vorfall in den Schlagzeilen.

„Kleinbürgerlich, spießig und verkrampft“ nennt der Wirt das Verhalten des vermeintlich militanten Nichtrauchers. Er betont jedoch auch, dass in seiner Kneipe grundsätzlich das Rauchverbot gelte und er die bestehenden Gesetze respektiere.

Michael Köster und zahlreiche Kölner Wirte sehen in dem neuen Nichtraucherschutzgesetz eine klare Bevormundung der Bürger durch die Politik. Zudem wird angenommen, dass die Raucher den Kneipen fernbleiben und somit drastische Umsatzeinbußen schon in naher Zukunft drohen. „Einen deutlichen Einschnitt in die unternehmerische Freiheit“ nennt Köster das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz und plädiert für mehr Freiheit im Umgang mit der Zigarette.

Einen positiven Aspekt sieht der Kölner Wirt dennoch im neuen Gesetzespaket. „Das einzig Gute an dem Gesetz ist, dass nun alle Wirte dieselben Vorgaben haben und dadurch der Wettbewerb nicht mehr verzerrt wird“, sagt Michael Köster und zapft fröhlich das nächste Kölsch. 

Text: Roman Schröder

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