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Raus aus den Schulden für Kölner Verbraucherinnen und Verbraucher

Seit 20 Jahren gibt es die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung der Verbraucherzentrale in Köln

Schuldnerberaterinnen bei der Verbraucherzentrale Köln

Engagiert und hilfsbereit: Die Schuldnerberaterinnen Jutta Büttner und Kirsten Liske von der Verbraucherzentrale Köln (Foto: Koeln-Magazin.info)

Keiner rechnet damit, aber es ist schnell passiert und kann jeden treffen: Unerwartet befindet man sich als Privatperson in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Und das oftmals vollkommen unverschuldet. Gründe können Arbeitslosigkeit, Krankheit, Tod des Ehe- oder Lebenspartners oder Scheidung und Trennung, aber auch eine gescheiterte Selbstständigkeit sein. In Köln machen einem die hohen Mieten und Mietnebenkosten in solch einer Situation dann schnell zu schaffen. Überschuldung droht.

Zehn Schuldnerberatungsstellen helfen in solchen Fällen in Köln weiter. „Man sollte sich rechtzeitig helfen lassen", erklärt Jutta Büttner.  Sie ist zusammen mit ihrer Kollegin Kirsten Liske Schuldnerberaterin bei der Verbraucherberatung Köln. Beide wissen aus Erfahrung, dass die meisten Überschuldungen von Privatpersonen in den wenigsten Fällen aus wirtschaftlicher Unvernunft passieren. Aber auch da helfen die beiden Beraterinnen weiter.

Neue Insolvenzordnung für Privatleute

1999 hatte der Gesetzgeber mit der neuen Insolvenzordnung erstmals auch für Privatleute die Chance auf einen finanziellen Neuanfang eröffnet. „Bis dahin bedeutete Überschuldung ein lebenslängliches Dasein am Existenzminimum in sozialer und wirtschaftlicher Ausgrenzung", wissen Jutta Büttner und Kirsten Liske.

Laut dem Kölner Insolvenzgericht haben in Köln seit 1999 bis September 2019 51.216 Menschen eine Verbraucher-Insolvenz beantragt.

Erst wenn sich Mahnungen stapeln, horrende Forderungen von Inkassofirmen drohen oder Miete und Strom nicht mehr bezahlt werden können, suchen viele Betroffene nach Unterstützung. „Leider wird aus falscher Scham oftmals zu spät Rat gesucht", erklärt Jutta Büttner. Lieber richte man sich auf ein Leben mit Schulden ein, anstatt Probleme gezielt anzugehen. Mit Hilfe eines Pfändungsschutzkontos, bei dem die unpfändbaren Beträge vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt sind, werde dann versucht, sich von Monat zu Monat zu hangeln."

„Doch für einen nachhaltigen Weg aus den Schulden ist das keineswegs zielführend", mahnen die beiden Schuldnerberaterinnen. Das Schuldenkarussell sollte rechtzeitig vor existenziellen Finanznöten zum Stoppen gebracht werden. Denn auch der finanzielle Vorteil der frühzeitigen Hilfestellung liegt auf der Hand: „Damit vermeiden Betroffene auch anwachsende Kosten und Zinsen", rechnen die Schuldnerberaterinnen vor.

Soforthilfe in offener Beratungsstelle

In einer offenen Sprechstunde gibt es in der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung der Beratungsstelle in Köln Soforthilfe. „Rund 700 Verbraucherinsolvenzverfahren wurden mit unserer Unterstützung eingeleitet. Darüber hinaus konnte für eine Vielzahl von Menschen mit finanziellen Nöten durch Verhandlungen mit Gläubigern oder durch das Abwehren unberechtigter oder überhöhter Forderungen wieder ein Fundament fürs Auskommen mit dem Einkommen gelegt werden", bilanziert die Beraterin Kirsten Liske die Eckdaten erfolgreicher Arbeit. Wobei für alle die Faustregel gilt: Je früher Unterstützung gesucht wird, desto größer die Chance für einen schnellen und dauerhaften finanziellen Neuanfang.

Es gibt für die Verbraucher-Insolvenz eine neue EU-Richtlinie. Demnach sind einheitliche Entschuldungsfristen von drei Jahren geplant. Im Moment dauert es normalerweise fünf bis sechs Jahre in Deutschland bis man nach einer Verbraucher-Insolvenz endgültig schuldenfrei ist. Die beiden Beraterinnen der Verbraucherzentrale Köln würden „es sehr begrüßen, wenn diese EU-Richtlinie in Deutschland schnellstmöglich umgesetzt wird."

Wirtschaften als Schulfach

Für die Zukunft und von der Politik wünschen sich Büttner und Liske, dass man in die Lehrpläne der Schulen das Fach „Wirtschaften" mit aufnimmt und so bereits Jugendlichen zu mehr Wissen rund um Verträge und das Wirtschaften allgemein verhilft. „Die Prävention könnte schon in der Schule stattfinden und dort den Umgang mit Geld vermitteln", sind sich die beiden Schuldnerberaterinnen sicher.

Und für ihre tägliche Beratungspraxis wünschen sie sich, dass die vorhandenen Kapazitäten bei der Verbraucherzentrale Köln durch zusätzliche finanzielle Mittel ausgebaut werden, um mehr Menschen in wirtschaftlicher Not weiterhelfen zu können und die bisherige Qualität der Beratung weiterhin zu sichern.

So geht es bei der Verbraucherzentrale:

  • Es gibt sehr einfach auszufüllende Vorbereitungsbögen, die bei der Verbraucherzentrale Köln angefordert werden können.
  • Mit den ausgefüllten Vorbereitungsbögen kommt man an einem Montag zwischen 10 und 12 Uhr in die offene Sprechstunde. Dort wird man erst einmal allgemein informiert.
  • Für Berufstätige gibt es dienstags 16 - 18 Uhr offene Sprechstunden. Ob diese stattfinden, sollte vorher telefonisch bei der Verbraucherzentrale erfragt werden.
  • Alles Weitere wird dann in Einzel-Terminen erörtert.

Gut zu wissen:

  • Die Schuldnerberatung bei der Verbraucherzentrale in Köln ist kostenfrei.
  • Man muss Kölner*in sein, um die Hilfe in Anspruch nehmen zu können.
  • Besitzern von Inmobilien kann die Verbraucherzentrale Köln nicht weiterhelfen.
  • Selbstständige darf die Verbraucherzentrale Köln nicht beraten.


Kontakt-Info Verbraucherzentrale Köln:

Offene Sprechstunde: montags 10 bis 12 Uhr (Vorbereitungsbögen sollten vorher angefordert werden)
Terminvereinbarung unter: Tel. 0221/84618808 oder per E-Mail: koeln.sib@verbraucherzentrale.nrw
Frankenwerft 35, 50667 Köln
Tel. 0221 / 184 61 8808, Fax 0221 / 184 61 8833

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