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Wenn der Gerichtsvollzieher klingelt in Köln

Tipps was der Schuldner beachten sollte

(Foto: Free-Photos_pixabay.com)

Keine schöne Situation: Ist man seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen, steht irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Auch in Zeiten von Corona sind Gerichtsvollzieher unterwegs, um offene Verbindlichkeiten einzufordern. In einigen Städten ist die Arbeit der Staatsdiener aufgrund der aktuellen Ereignisse eingeschränkt oder gar ausgesetzt. Doch was ist zu tun, wenn der Gerichtsvollzieher anklopft? Im Folgenden einige Tipps,  wie man sich verhalten sollte und was es bedeutet, eine Vermögensauskunft zu geben.

Alleine 2019 gab es in Deutschland mehr als 80.000 Privatinsolvenzen. In Köln ist beispielsweise die Vollstreckungsstelle, als Vertretung der Stadt, als Gläubiger zuständig. Menschen, die von der Insolvenz bedroht sind, können sich in Köln entsprechende Hilfe suchen. Auch gibt es von der Stiftung Warentest den Ratgeber „Geschafft: Schuldenfrei“. Dieser zeigt auf, wie man aus dem Teufelskreis mit den roten Zahlen wieder herauskommen kann. Denn häufig wächst der Schuldenberg im Versuch, andere Verbindlichkeiten zu begleichen. Das geschieht etwa indem ein Kredit aufgenommen wird und dann ein weiterer Kredit, um den alten Kredit zu bedienen. In der ausweglosen Finanzsituation führt der Weg für viele dann in die Resignation.

In dem genannten Beispielt mit den Krediten ist eine Umschuldung sinnvoll. So können bestehende Kredite, die zu teuren Zinsen beantragt wurden, günstiger abbezahlt werden. Gerade wenn mehrere Darlehen bestehen, bietet sich eine Umschuldung oftmals an. So wird nur noch eine monatliche Rate sowie ein Zinssatz bezahlt, anstatt die unterschiedlichen Gläubiger zu verschiedenen Konditionen zu bedienen. Zu prüfen ist dabei im Einzelfall immer, ob der Vorteil – eine geringere finanzielle Belastung –  damit erreicht wird.

Der Gerichtsvollzieher kommt meist dann zum Einsatz, wenn der Schuldner gar nichts unternimmt. Vorangegangen sind dabei grundsätzlich bereits das Mahnverfahren vom eigentlichen Gläubiger, ein gerichtlicher Mahnbescheid und letztendlich der Vollstreckungsbescheid. Die Vollstreckung selbst darf allerdings immer nur vom staatlichen Organ selbst ausgeführt werden. Werden Lohn oder die Konten gepfändet, wird dies durch das Vollstreckungsgericht verfügt. Die Pfändung aller beweglichen Gegenstände hingegen übernimmt der Gerichtsvollzieher vor Ort.

Im Regelfall wird der Besuch vom Gerichtsvollzieher schriftlich angekündigt. Dabei gilt, dass der Betroffene weder mit dem Gerichtsvollzieher sprechen noch ihn in die Wohnung lassen muss. Beides ist jedoch wenig hilfreich und wird weitere Konsequenzen nach sich ziehen. Im Einzelfall kann dies dennoch ratsam sein, etwa wenn der Gerichtsvollzieher unangemeldet vor der Tür steht. Schließlich braucht der Schuldner Zeit, die Rechtmäßigkeit der Forderung zu überprüfen.

Wird der Zutritt verweigert oder trifft der Gerichtsvollzieher den Betroffenen nicht an, sollte dieser unbedingt selbst aktiv werden. Dabei ist es wichtig, den direkten Kontakt zu suchen und einen erneuten Termin zu vereinbaren. Denn mit einem richterlichen Beschluss kann der Gerichtsvollzieher die Wohnung mithilfe eines Schlüsseldienstes öffnen. Hierdurch entstehen weitere Kosten, die vom Schuldner getragen werden müssen.

Neben der Pfändung von bestimmten Dingen im Haushalt kann der Gläubiger ebenfalls nur eine Abgabe einer Vermögensauskunft fordern. Dabei werden umfassende Auskünfte zur Vermögenssituation eingeholt. Diese müssen der Wahrheit entsprechen. Geschieht das nicht, macht sich der Schuldner strafbar. Ebenso kann der Gläubiger mit der Beantragung der Abgabe der Vermögensauskunft gleich einen Haftbefehl ausstellen lassen. Wer sich also weigert, könnte ernsthafte Konsequenzen zu tragen haben. Im Regelfall dient dieser Haftbefehl dazu, die Vermögensauskunft zu erzwingen. Generell kann dieser jedoch vom Gerichtsvollzieher vor Ort vollstreckt werden.

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