Köln-Magazin

Nippeser Tälchen

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Das Nippeser Tälchen: Erfrischender Wasserspaß

Nippeser Tälchen
Niehler Kirchweg 32
50733 Köln-Nippes

Haltestelle:
Köln, Bilderstöckchen | Geldernstraße/Parkgürtel (Linien S6, S11, 13, 121, 127, 140 und 147)
Nordstraße (Buslinien 140 und 147)

Öffnungszeiten:
Der Park und der Wasserspielplatz im Nippeser Tälchen sind durchgehend geöffnet.

Ein erfrischendes Vergnügen: Der Wasserspielplatz im Nippeser Tälchen

Wenn der Sommer kommt, dann kann das Klima in der Kölner Bucht schon manchmal anstrengend sein: Je höher die Temperaturen steigen, desto schwüler und stickiger wird es in der Domstadt. Eine kühle Erfrischung ist diesem Fall mehr als willkommen.

Für die kleinsten Kölnerinnen und Kölner gibt es im Nippeser Tälchen, einem kleinen Park am Niehler Kirchweg, eine Abkühlung der besonderen Art. Die Grünanlage wartet nämlich mit einem Wasserspielplatz auf, auf dem sich Kinder auch im Hochsommer nach Herzenslust austoben können.

Die besten Sonntagskleider sollten hier aber nicht getragen werden: Im Nippeser Tälchen wird es nämlich nass und matschig. Dafür sorgt eine Wasserpumpe, die in eine verzweigte Holzkonstruktion integriert ist. Die Kinder können das Wasser per Knopfdruck aus der Leitung befördern und durch die hölzernen Kanäle leiten, Staudämme aus Sand errichten oder kleine Spielzeugboote auf die ganz große Fahrt schicken.

Für die etwas wasserscheueren Kinder gibt es auf dem Spielplatz zudem ein kleines Häuschen inklusive Rutsche sowie mehrere Schaukeln und Wippen.Obwohl der kleine städtische Spielplatz auf größere Klettergerüste und Objekte wie etwa Karussells verzichtet, ist er mittlerweile zu einem regelrechten Geheimtipp unter Kölner Eltern geworden. So wird der Wasserspielplatz im Nippeser Tälchen in Internetforen mehr als nur lobend erwähnt: „Der Renner“, heißt es da etwa, der Spielplatz sei „wunderschön im Grünen gelegen“ und „besonders im Sommer empfehlenswert“(1) – immerhin komme auch der Eiswagen gelegentlich vorbei, dessen klassische Melodie nicht nur bei Kindern für Hochstimmung sorgt.

Wer sich lieber selbst etwas zu essen mitbringen möchte, statt sich auf die rollende Eisdiele zu verlassen, der kann an einem der Picknick-Tische Platz nehmen – oder in den nahegelegenen Altenberger Hof einkehren. Das historische Gehöft beherbergt nämlich nicht nur das Nippeser Bürgerzentrum, sondern auch einen Biergarten mit einer umfassenden Speise- und Getränkekarte.

Während jüngere Kinder auf dem Wasserspielplatz vollkommen auf ihre Kosten kommen, fällt das Angebot für größere Mädchen und Jungen etwas begrenzter aus.
Immerhin lädt eine Tischtennisplatte zu einer Partie Ping-Pong ein. Zudem gibt es im Nippeser Tälchen ein Fußballfeld, auf dem Nachwuchs-Kicker ihr Können mit dem runden Leder unter Beweis stellen können – schließlich hat auch die Karriere des Kölner Weltmeisters Lukas Podolski auf einem Bolzplatz begonnen.

Das Nippeser Tälchen: Vom See zur Grünanlage

Wenn man sich die Historie des Stadtteils Nippes ansieht, erscheint der Standort des Wasserspielplatzes als logische Konsequenz: Auf festem Grund bewegt man sich auf dem Gebiet der Grünanlage nämlich erst seit rund 120 Jahren. Davor war der heutige Park noch kein Tälchen, sondern ein See.

Um zu rekonstruieren, wie aus dem einstigen Gewässer ein Park samt Spielplatz wurde, muss man aber noch weiter in der Zeit zurückgehen – sehr viel weiter. Vor rund 5.000 Jahren nämlich floss noch ein Seitenarm des Rheins durch das Gebiet des Nippeser Tälchens. Mit den Jahrtausenden nahm die Wassermasse ab, der Nebenzweig des Rheins bildete sich zurück. Im Mittelalter hatte sich der Fluss zu einem See reduziert, der den Menschen zum Fischfang diente.

Aus dieser Tatsache heraus erklärt sich auch, dass sich die historischen Mauenheimer Höfe auf dem Gebiet des heutigen Nippes befinden, beziehungsweise befanden: Durch ihren Standort waren die Mauenheimer Höfe nahe genug am See gebaut, um die umliegenden Felder mit Wasser bewirten zu können, aber weit genug vom Gewässer entfernt, um nicht durch das regelmäßig auftretende Hochwasser beschädigt zu werden.Von den drei Mauenheimer Höfen ist heute ausschließlich der Altenburger Hof erhalten, der Frohnhof und der Rüsseler Hof existieren nur noch in den Chroniken der Stadt.

Heute ist Mauenheim das kleinste Veedel Kölns, im Mittelalter jedoch war es eine eigenständige Ortschaft. Erstmals wurde Mauenheim, dessen Kern die drei Mauenheimer Höfe darstellten, im Jahre 1199 urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich innerhalb Mauenheims ein Wohngebiet, das im 16. Jahrhundert als Nippes bekannt werden sollte. Schließlich wurde der Name Nippes von der Siedlung auf die gesamte Ortschaft übertragen. Der heutige Stadtteil Nippes entwickelte sich also aus dem damaligen Mauenheim heraus – zu einer Zeit, als der Altenburger Hof noch am Wasser stand. So geht auch der Name Nippes auf die Nähe zum See zurück und soll vom Wort „Niep“ abgeleitet worden sein, das im Rheinland ein mit flachem Wasser bedecktes Feuchtgebiet bezeichnet.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Weiher in Nippes dann auch für den Freizeitspaß der Kölner nutzbar gemacht. Seit 1883 stand hier nämlich der heute so gut wie in Vergessenheit geratene „Nippeser Volksgarten“. Lange bevor das Brühler Phantasialand zum Vergnügungspark des Umlands wurde, lockte der Volksgarten im Nippeser Tälchen Besucher mit Kanufahrten und einer weitläufigen Außengastronomie in den Stadtteil.

Der Rummel sollte aber schon bald ein Ende haben: 1903 schüttete man den See mit Erdmasse zu, um auf seiner Fläche unter anderem den Erzberger Platz zu errichten. Tatsächlich meldete sich das Wasser in Nippes jedoch regelmäßig zurück: Immer wieder kam es zu Hochwasser, in Folge dessen sich kleinere Seen im Stadtteil auftaten, wenn das Grundwasser durch den Boden trat. Das letzte Hochwasserschutzkonzept der Stadt Köln sorgte allerdings für ein Ende dieser spontanen Seenbildungen(2).

Übrigens: Den Namen Nippeser Tälchen trägt die Grünanlage am Niehler Kirchweg offiziell erst seit dem Jahr 2014.

Der Altenberger Hof: Ein Relikt des alten Mauenheims

Der Altenberger Hof ist das letzte Überbleibsel der historischen Mauenheimer Höfe und heute Sitz des Bürgerzentrums Nord. Zu den drei historischen Gehöften, dem ehemaligen Kern der Ortschaft Mauenheim, zählen neben dem Altenberger Hof auch der Frohnhof und der Rüsseler Hof. Die beiden Letztgenannten existieren heute jedoch nicht mehr.

Der Frohnhof befand sich unweit des Altenberger Hofs auf der Mauenheimer Straße. Die Grundzüge des abgerissenen Gehöfts lassen sich heute noch vage erkennen. Anders ist es beim Rüsseler Hof, von dem nichts erhalten geblieben ist.  Auch er lag in unmittelbarer Nähe zum Altenberger Hof. Nämlich dort, wo sich heute das Spielfeld des Nippeser Boule Clubs befindet.

Der Altenberger Hof, der zum ersten Mal im Jahre 1236 dokumentiert wurde, konnte einem Abriss durch seine gewerbliche und wohnliche Nutzung entgehen. So wurde er zwischenzeitlich etwa von einem Speditionsunternehmen und dem Verein der Kutschenfreunde frequentiert, der hier in den 70er-Jahren ein Museum für Pferdewagen einrichtete(3).

Danach lag der Altenberger Hof lange brach. Die altehrwürdigen Gemäuer, die schon so viele Jahrhunderte überdauert hatten, drohten zum Opfer des Verfalls und des städtischen Desinteresses zu werden. Dem Förderverein Bürger- und Kulturzentrum Nippes e.V. ist es zu verdanken, dass dieses Schicksal abgewendet wurde. Auf das Engagement des Fördervereins hin kaufte die Stadt Köln das Grundstück auf und sanierte das Gehöft, an dem der Zahn der Zeit kräftig genagt hatte. Seit den 90er-Jahren beherbergt der Altenberger Hof nun das Bürgerzentrum Nord, in dem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen angeboten werden. Mit seinen Kabarettaufführungen, Konzerten und Kunstausstellungen ist der ehemalige Gutshof heute der sozio-kulturelle Kern des Nippeser Gemeindelebens(4).

Text/Fotos: Florian Eßer

Quellen und Anmerkungen:

(1)  Nippeser Tälchen / Wasserspielplatz auf spielplatztreff.de (Stand 22. Juli 2020)

(2)  Nippeser Tälchen. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital (Stand 22. Juli 2020)

(3)  Altenberger Hof in Nippes. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL (Stand 23. Juli 2020)

(4)  Das Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V

Über den Autor

Florian Eßer ist in Köln geboren und aufgewachsen. Nach einem Studium der Germanistik arbeitet er nun als freier Journalist und Autor in seiner Heimatstadt. Besonders schätzt er die Vielfältigkeit Kölns, die über Karneval und lecker Kölsch hinausgeht – wenn man genauer hinsieht.

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