Aachener Weiher: Treffpunkt in zentraler Lage

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Der Aachener Weiher: Treffpunkt in zentraler Lage

Aachener Weiher
Aachener Straße
50674 Köln

Der Aachener Weiher liegt im Herzen der Stadt inmitten des Inneren Grüngürtels. Durch die zentrale Lage ist er ein beliebtes Ziel für Sportler, Familien und Feiernde. Das benachbarte Museum für Ostasiatische Kunst, eine Hundefreilauffläche und der örtliche Biergarten tragen ebenfalls zur Popularität des Weihers und des angrenzenden Hiroshima-Nagasaki-Parks bei.

Grundlegendes zum Aachener Weiher

Der Aachener Weiher ist Teil des Inneren Grüngürtels und liegt zwischen Lindenthal und dem Belgischen Viertel. Die Universität ist ebenso fußläufig zu erreichen wie der Stadtteil Ehrenfeld – das macht den Weiher zu einem äußerst beliebten Treffpunkt bei Jung und Alt. Ob Picknick-Date, Grillabend mit der Familie, Sport oder das verdiente Bier nach einer bestandenen Klausur: Der „Aachener“ eignet sich für all diese Anlässe gleichermaßen.

Angelegt wurde der Weiher dabei bereits in den 1920er-Jahren auf Geheiß des damaligen Kölner Bürgermeisters Konrad Adenauer. Der Anlage liegt ein Generalplan von Fritz Schumacher zugrunde, für die Umsetzung zeichnete sich der in Köln omnipräsente Gartenbaudirektor Fritz Encke verantwortlich, der auch den Blücherpark in Bilderstöckchen und den Klettenbergpark realisierte.

Der künstlich geschaffene und mit einem Betonboden ausgelegte Weiher, der seinen Namen von der angrenzenden Aachener Straße hat, besitzt eine Fläche von 40.000 Quadratmetern und wird von einem schmalen Weg inklusive einer kleinen Brücke eingerahmt. Der Weg wurde nach der Kunstsammlerin und -stifterin Frieda Fischer benannt, die von 1914 bis 1937 das heute benachbarte Museum für Ostasiatische Kunst leitete.

Der Hiroshima-Nagasaki-Park

An die Südseite des Weihers schließt der Hiroshima-Nagasaki-Park an. Seinen Namen verdankt der Park einer Initiative des Kölner Friedensforums, die mit der Umbenennung der bis 2004 namenlosen Grünfläche an die Atombombenabwürfe auf die gleichnamigen japanischen Städte während des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Schlussendlich ist dabei auch die heutige Form der Parkanlage auf den Weltkrieg zurückzuführen: Während der Herrschaft des NS-Regimes befand sich an deren Stelle das sogenannte Maifeld, auf dem die NSDAP Aufmärsche mit bis zu 200.000 Mitgliedern abhielt. Zu dieser Zeit befand sich auf dem Maifeld auch eine Tribüne mit einem den Weiher weit überragenden Reichsadler.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das ehemalige Maifeld schließlich mit den Trümmern aufgeschüttet, in die Köln durch das Wirken der NSDAP verwandelt wurde. Dieser Aufschüttung mit Trümmerteilen verdankt der heutige Park seine Hügel und Erhebungen, auf denen noch heute die damals angelegten Aussichtsplattformen zu erkennen sind - durch den dichteren Baumbestand des Parks aber erfüllen diese ihren Zweck heute nur noch rudimentär.

Freizeitangebote am Aachener Weiher

Einen anderen Zweck aber erfüllen der Park und der Weiher zweifelsohne: den der Entspannung und der Freizeitgestaltung. Während die Anlage am Morgen noch eine beliebte Route für Jogger und Hundebesitzer darstellt, weichen diese alsbald den Heerscharen an Kölnerinnen und Kölnern, die die Grünanlage ab den Mittagsstunden bevölkern. Wer sich dabei nicht nur mit geselligem Grillen und einer Flasche Bier zufrieden geben möchte, kann sich im „Aachener Biergarten” im Norden des Weihers bewirten lassen: Neben kühlen Getränken in allen Variationen finden sich hier auch herzhafte Speisen auf der Karte. Freunde des Fußballs können zudem alle Bundesliga-, EM- und WM-Spiele auf großen Leinwänden verfolgen.

Im Bereich der Parkanlage finden sich zudem ein Kinderspielplatz sowie eine Slackline-Anlage, Anhänger des Angelsports können ihrem Hobby mit einer Genehmigung durch den „Coelner Angel- und Gewässerschutzverein” im Weiher nachgehen. Vom Schwimmen im Gewässer ist jedoch abzuraten: Durch die geringe Tiefe des Wassers und die starke Nutzung der Uferbereiche leidet die Qualität des Gewässers – und die darin lebenden Aale und Karpfen sind nicht zu beneiden.

Viele Menschen, viele Probleme

Da sich am Aachener Weiher vor allem im Sommer sehr viele Menschen aufhalten und in ausgelassener Stimmung feiern, bleiben die Nächte im Park nicht immer friedlich. In der Vergangenheit kam es am Weiher immer wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, Diebstählen und Raubüberfällen, weshalb die Polizei ihre Präsenz im Bereich der Parkanlage verstärkt hat. Inzwischen hat die Stadt Köln auch Scheinwerfer auf dem Areal errichtet, mit denen der Park bei Bedarf ausgeleuchtet werden kann.
Damit reagierten die Verantwortlichen auf eine Zunahme von Krawallen, die sich während der Corona-Pandemie am Aachener Weiher ereigneten. Unter anderem hatten Jugendliche die Besatzung eines Streifenwagens mit Glasflaschen beworfen, wie beispielsweise T-online berichtete 1.

Ein weiteres Problem am Aachener Weiher ist der Müll, den die Menschen nach dem Feiern oder dem Grillen zurücklassen: Nach den Wochenenden ist die Grünanlage mit Flaschen und Verpackungsmüll gepflastert, auch das Gewässer selbst leidet unter der Bequemlichkeit der Anwesenden. Aus diesem Grund macht das Kölner Ordnungsamt regelmäßig darauf aufmerksam, den mitgebrachten Müll auch wieder zu entsorgen - Mülltonnen gibt es am Weiher mittlerweile zur Genüge und die Beseitigung des Abfalls sollte zum allgemeinen Konsens der Kölnerinnen und Kölner gehören.

Das Museum für Ostasiatische Kunst

Kultivierter hingegen geht es tagsüber nur wenige Meter entfernt zu: Das Museum für Ostasiatische Kunst schließt unmittelbar an das westliche Ufer des Aachener Weihers an. Der japanische Garten des Museums und das hauseigene Café laden die Besucher nach einer Sichtung der Exponate zum Verweilen ein, die Gestaltung des Gartens samt Steinskulptur übernahm der japanische Bildhauer Masayuki Nagare.

Das Museum wurde 1913 eröffnet und war ursprünglich am Hansaplatz ansässig. Den Grundstein für das Museum legte der Kunstsammler Adolf Fischer gemeinsam mit seiner Frau Frieda; nach ihr wurde der bereits erwähnte Weg um den Aachener Weiher benannt.

Das Ehepaar sammelte auf seinen Reisen im ostasiatischen Raum rund 900 Kunstgegenstände und eignete sich eine umfassende Bibliothek an, deren Großteil sich mit Themen rund um Asien befasste. Nachdem beide früh den Gedanken entwickelt hatten, ihre Sammlung in einem eigenen Museum für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – und nachdem Verhandlungen mit den Städten Berlin und Kiel im Sande verlaufen waren – trafen die Fischers 1909 eine Übereinkunft mit der Stadt Köln: Diese erhielt alle Exponate und Bücher der Bibliothek, im Gegenzug übernahm sie die Kosten für den Bau des Museums.

Eröffnung, Zerstörung und Umzug an den Aachener Weiher

Im Oktober 1913 eröffnete das Museum für Ostasiatische Kunst schließlich am ursprünglichen Standort am Gereonswall – nur wenige Monate später, am 13. April 1914, verstarb Adolf Fischer jedoch, wonach seine Frau Frieda die Leitung des Museums übernahm.
Aufgrund der Heirat mit ihrem zweiten Ehemann, dem jüdischen Juristen Alfred Ludwig Wieruszowski, machten die Nationalsozialisten das Lebenswerk der Fischers schließlich zunichte: 1937 wurde Frieda Fischer die Stelle als Museumsdirektorin und damit auch die Leitung der Sammlung entzogen. Daraufhin flüchtete sie nach Dresden und Berlin, wo Frieda Fischer 1945 in Folge einer Erkrankung verstarb.

Auch das Museum sollte den Weltkrieg nicht überleben und wurde durch die anhaltende Bombenabwürfe auf Köln zerstört. Die Sammlung jedoch konnte vorzeitig gerettet werden und ist seit 1977 am neuen Standort am Aachener Weiher zu sehen. Neben dem Museum findet sich heute auch das Japanische Kulturinstitut, dessen Architektur auf die des Museumsbaus abgestimmt ist.

Kirschblüten für Köln

Obwohl in der Kölner Innenstadt gelegen, ist der Aachener Weiher durch das Museum, das Kulturinstitut und den Namen des Hiroshima-Nagasaki-Parks eng mit dem asiatischen Kulturraum verbunden – zumal die beiden Gebäude stilecht von Kirschblüten umgeben werden. Die fotogenen Bäume stellen eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur dar, so steht die „Sakura” etwa für den Beginn des Frühlings – und dieser lässt sich am Aachener Weiher in seiner ganzen Schönheit erleben.

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp für alle, die nicht so ortskundig sind: Wer nicht auf der Suche nach amourösen Abenteuern oder anderen Überraschungen ist, sollte die Gebüsche des Parks in Randlage meiden - vor allem nach der Dämmerung. Vertraut mir einfach!

Text& Fotos: Florian Eßer

Quelle und Anmerkungen:

(1) t-online: Kölner Polizist über Flaschenwürfe: „Gewalt ist gängige Praxis" (Stand: 24. März 2022):

Stadt Köln: Aachener Weiher (Stand: 24. März 2022)

Aachener Weiher in Neustadt-Süd, in: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: (Stand: 25. März 2022)

Über den Autor

Florian Eßer ist in Köln geboren und aufgewachsen. Nach einem Studium der Germanistik arbeitet er nun als freier Journalist und Autor in seiner Heimatstadt. Besonders schätzt er die Vielfältigkeit Kölns, die über Karneval und lecker Kölsch hinausgeht – wenn man genauer hinsieht.

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