Rheinpark

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Der Rheinpark

Der denkmalgeschützte Rheinpark liegt genau zwischen den rechtsrheinischen Stadtteilen Deutz und Mülheim und umfasst eine Fläche von etwa 48.500 Quadratmetern. Die heutige Form verdankt die Grünfläche im Herzen der Stadt zahlreichen Umgestaltungen, denen das Areal seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts unterzogen wurde. Vor allem die beiden Bundesgartenschauen, die 1957 und 1971 im Rheinpark gastierten, prägten das Erscheinungsbild des Areals maßgeblich mit. Die Rheinseilbahn, ein großer Spielplatz, der Kölner Tanzbrunnen und eine kleine Eisenbahn tragen weiter zum Attraktionscharakter des Parks bei, der zu den schönsten Naherholungsgebieten der Stadt gehört. 2007 wurde der Rheinpark von einer Fachjury sogar zum schönsten Park Deutschlands gekürt.

Der Rheinpark und seine Anfänge

Wie viele andere Grünflächen Kölns, geht der Rheinpark auf die ehemalige Befestigung der Stadt zurück: 1858 wurde auf dem Areal des heutigen Parks das Fort XV errichtet, das Köln als Teil des preußischen Festungsrings vor Angriffen schützen sollte. Noch vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Bewallung jedoch zu großen Teilen geschliffen und es entstand ein erster Park nach einem Entwurf des Kölner Gartendirektors Fritz Encke. Dieser plante unter anderem auch den Blücherpark in Bilderstöcken, den Beethovenpark in Sülz und den Vorgebirgspark in der Kölner Innenstadt. 1914 wurde im Rheinpark die „Deutsche Werkbundausstellung Cöln” veranstaltet, in deren Rahmen Künstler:innen, Architekt:innen und Designer:innen ihre Ansätze für das Zusammenspiel von Kunst und Handwerk präsentierten. Auf dem Areal der Grünfläche wurden so etwa 50 temporäre Gebäude errichtet, die den Kölnerinnen und Kölnern ein Gefühl für die neue und moderne Formgebung innerhalb von Kunst und Architektur geben sollten. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs aber beendete die Ausstellung vorzeitig - und mit ihr auch die weitere Gestaltung des Rheinparks. Das Gelände wurde zunächst vom deutschen Militär beschlagnahmt, später von den britischen Besatzungstruppen genutzt. Gemäß des Versailler Vertrags mussten 1919 dann auch die letzten Überbleibsel des Kölner Festungsrings - wie jene im Rheinpark - geschliffen werden.

Der Park in den 20er-Jahren

In den 20er-Jahren wurde die Gestaltung der Grünfläche fortgesetzt. Federführend war auch jetzt wieder Fritz Encke, dessen Pläne bis 1926 in die Tat umgesetzt wurden. Mit dem Abschluss der Arbeiten, die unter anderem die Schaffung neuer Auenlandschaften, Rosengärten und Gehwege umfassten, wurde dem Areal auch der heutige Name „Rheinpark” zuteil. Zeitgleich wurde die Kölner Messe errichtet, die unmittelbar an die Anlage angrenzt. Dadurch wurde die Grünfläche mit einer Randbebauung umschlossen, die auch heute noch die Umgebung des Rheinparks prägt: Zu dieser gehören etwa das Staatenhaus, die Rheinhalle und der Messeturm. 1928 fand auf dem neuen Kölner Messegelände die erste Ausstellung statt - die „Pressa”, welche sich mit allen Aspekten rund um das Pressewesen beschäftigte.

Der Zweiter Weltkrieg

Zur Zeit des NS-Regimes wurden das Messegelände und der Rheinpark für finstere Zwecke umfunktioniert: Die Messe selbst wurde als Sammellager für Jüd:innen sowie Sinti:zze und Rom:nja genutzt, bevor diese in die Konzentrationslager deportiert wurden. Auch befand sich in der Kölner Messe ein Gefängnis der Staatspolizei, im Rheinpark wurden Baracken für ein weiteres Gefängnis und ein Arbeitslager errichtet. Durch die zentrale Lage des Rheinparks wurde er bei den Bombenangriffen auf Köln stark beschädigt, auch der Großteil der Messegebäude wurde zerstört.

Die Bundesgartenschau und die Rheinseilbahn

Nach dem Krieg wurde das Areal dann wieder instandgesetzt, 1950 entstand im Zuge der 1900-Jahr-Feier der Stadt Köln der erste Tanzbrunnen. Seine heutige Form und Gestaltung verdankt der Rheinpark aber den beiden Bundesgartenschauen von 1957 und 1971, in deren Vorfeld noch einmal massive Veränderungen an der Grünfläche vorgenommen wurden: Der Rheinpark wurde auf eine Fläche von etwa 48 Quadratmeter vergrößert, Wasserbecken, Blumenbeete und Terrassenflächen wurden hinzugefügt. Viele Ausstellungsstücke der Bundesgartenschauen und Kunstwerke, die im Laufe der Zeit im Rheinpark aufgestellt worden waren, sind bis heute erhalten geblieben. Zur Gartenschau 1957 etwa stellte das Wallraf-Richartz-Museum zahlreiche Skulpturen und Werke zur Verfügung, die bei einem Rundgang teilweise noch immer im Rheinpark zu entdecken sind. Im Zuge der ersten Bundesgartenschau wurde auch die Rheinseilbahn in Betrieb genommen, die heute als eines der Wahrzeichen von Köln verstanden wird. Die Rheinseilbahn war auch die erste ihrer Art, die einen Fluss überquerte - bis zum heutigen Tag dient die Seilbahn als Verbindung der beiden Stadtteile Riehl und Deutz. Als 1962 der Bau der Zoobrücke begann, wurde die Rheinseilbahn leicht versetzt, um Platz für die Brücke zu schaffen. Noch heute ist die Rheinseilbahn eine bei Kölnern wie auch bei Touristen gleichermaßen beliebte Attraktion: Die Fahrt in einer der Gondeln ermöglicht schließlich einen neuen Blick auf die Stadt, ihr Panorama und die großen Sehenswürdigkeiten Kölns wie den Dom.

Jugend- und Familienpark

Während der Planung für die erste Bundesgartenschau wurden auch Attraktionen für Kinder und Jugendliche in die Überlegungen miteinbezogen. Da die Freiflächen in der Großstadt Köln immer weiter verbaut wurden, wollte man den jungen Menschen einen Ort zur Entfaltung bieten. So wurde das Endstück im Norden des Rheinparks zum Jugendpark erklärt, in dem Spiel- und Sportgeräte zu Freizeitgestaltung einluden. Heute zählt auch eine Hochseilbahn zum Angebot des Jugendparks, der ebenso für Zeltlager, Konzerte und andere Veranstaltung aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit genutzt wird. 2012 wurde der Rheinpark schließlich noch um einen Familienpark ergänzt, der unter der Zoobrücke beheimatet ist. Dieser umfasst 6000 Quadratmeter, auf denen unter anderem eine Minigolfanlage, eine BMX- und Skateranlage, ein Basketballfeld und eine Wand zum Freeclimbing untergebracht sind. Die Anlage wurde mit einem NRW-Landschaftsarchitektur-Preis ausgezeichnet, der vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten vergeben wird.

Tanzbrunnen, Claudius-Therme und Eisenbahn

1950 wurde im Rheinpark der erste Tanzbrunnen errichtet, der aus einem Rondell bestand, dass den örtlichen Brunnen umschloss. Diese begehbare, über dem Wasser gelegene Fläche wurde in der Folge für Tanz- und Musikveranstaltungen genutzt. Inzwischen wurde der Tanzbrunnen um eine überdachte Theaterhalle, ein Restaurant und den Cologne Beach Club erweitert, der direkt am Rheinufer gelegen ist und neben einer Strandbar eine Sandfläche von dreieinhalbtausend Quadratmetern aufweist.

Am nördlichen Ende des Rheinparks liegt die Claudius-Therme, ein Thermalbad, das von einer natürlichen Mineralquelle gespeist wird. Ab dem Beginn der 30er-Jahre begann die Stadt Köln damit, auf dem heutigen Areal der Messe Brunnen zu bohren. Der tiefste von ihnen ist der sogenannte Messebrunnen IV, der eine Tiefe von über eintausend Metern aufweist. Schon während der Bundesgartenschau 1957 wurde den Besuchern das aus dem Brunnen geförderte Wasser als Heilwasser angeboten, 1971 eröffnete im Nordosten des Rheinparks das erste Thermalbad. Wenige Jahre später wurde das Wasser von staatlicher Seite offiziell als Heilquelle anerkannt, das Gebäude des Bads aber brannte in den 80er-Jahren vollständig nieder. Die heutige Claudius-Therme, die am selben Standort erbaut wurde, wird noch heute mit dem Heilwasser aus den Messebrunnen III und IV gespeist.

Bevor man es sich am Strand oder in der Therme gemütlich macht, kann man den Rheinpark mit der parkeigenen Eisenbahn erkunden: Die Kleinbahn wurde erstmals 1928 in Betrieb genommen. Während der damaligen Ausstellung zum Pressewesen pendelte die Bahn zwischen der Deutzer Brücke und dem Mülheimer Hafen. Der heutige Rundkurs der Kleinbahn zwischen dem Tanzbrunnen und dem Rosengarten wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1957 angelegt. Im Anschluss wurde die rund zwei Kilometer lange Strecke jedoch wieder zurückgebaut, bevor sie zur Bundesgartenschau 1971 erneut installiert wurde. Besonders für Kinder – und hier spricht die eigene Erfahrung – stellt die Fahrt mit der „Bimmelbahn” einen Höhepunkt beim Besuch des Rheinparks dar.

Text & Fotos: Florian Eßer

Quelle und Anmerkungen:

Rheinpark in Deutz, in: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. (Stand 5. Juli 2022): www.kuladig.de/Objektansicht/O-59217-20130116-2

Rheinseilbahn Riehl-Deutz, in: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. (Stand 5. Juli 2022): www.kuladig.de/Objektansicht/O-61591-20130225-3

Die Claudius-Therme (Stand 5. Juli 2022): www.claudius-therme.de

Der Kölner Rheinpark - Lage am Rhein mit Blick auf dem Dom (Stand 5. Juli 2022): www.rheinpark-köln.de/der-rheinpark

Europäisches Gartennetzwerk - EGHN: Rheinpark Köln - Gartendenkmal der 1950er-Jahre (Stand 5. Juli 2022): wp.eghn.org/de/rheinpark-koeln-gartendenkmal-der-1950er-jahre

 

Über den Autor

Florian Eßer ist in Köln geboren und aufgewachsen. Nach einem Studium der Germanistik arbeitet er nun als freier Journalist und Autor in seiner Heimatstadt. Besonders schätzt er die Vielfältigkeit Kölns, die über Karneval und lecker Kölsch hinausgeht – wenn man genauer hinsieht.

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